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Die skandinavische Litteratur und ihre Tendenzen : nebst anderen Essays
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Mutter, vom Tagewerk müde, nickt überihrem Strickstrumpf ein; die beiden Mäd-chen flüstern und lachen; sie versinken inTräume, jedes in seine besonderen und allein Träume von einem, der kommen soll.Momentan ist es der neue Assessor, den manerwartet, Dyre Rein.

Jonas Lie hat ihn glänzend in Szene ge-setzt. Man fühlt es dem Augenblick an:das Unheimliche bricht in das idyllischeStillleben von Vangen ein. Die Mädchenhatten sich tagelang in Gedanken mit deminteressanten neuen Assessor beschäftigt.Merete hatte ihn mit allen Möglichkeitenausgemalt und scherzend kombiniert, wemvon den Schwestern er dann zufallen müsse.Nun ist es spät am Abend, die Talglichterin den Messingleuchtern brennen trüb, dieAugen der Mädchen sind schlummerschwer,aber die beiden am Klavier können nichtenden. Gerade will sich Merete zu Mariannebeugen und ihr zuflüstern:Denk dir nur,morgen sitzt er vielleicht hier und hörtzu", da hält sie mitten in der Bewegunginne und starrt: auf dem Stuhl zwischen dergrossen Wanduhr und dem Ofen sitzt einMann mit den Händen auf dem einen Knieund schaut sie an. Er hat eine schöne Stirnmit zusammengewachsenen Brauen und hin-ausgestrichenes Haar. Es ist, als wisse er,