— 146 —
des Alls gegenüber dem wilden Angstruf desLebens. In ihnen pocht das Herz der Welt;für sie pocht in der Welt kein Herz. Diesleidensvolle Bewusstwerden des Menschen,das Rudyard Kipling den Passionsweg vonden „Piain tales" zu „The light that failed"und „The Children of the Zodiac" führteund dem Guy de Maupassant der „Boulede suif" oft und öfter tiefe und traurigeGeschichten, wie „Une vie," „Notre coeur,"abpresste — dies Bewusstwerden, Sehend-werden, Fühlendwerden verrät sich in „Me-dusenhaupt". Ein Buch, das nicht ein buntesHirngespinst ist, sondern ein Seelenerlebnis.Heftiges Leiden stammelt drin und machtdie Künstlerhand zittern: wie erklärte sichsonst eine so virtuose Beherrschung desStils als Werkzeug der Analyse und dabeieine so fabelhaft schwerfällige Ungeschicklich-keit im Arrangement des Stoffes ? Mit diesemKlammer in-Klammer-Setzen, als handelte essich um Auflösung eines mathematischenProblems! Und es ist nicht etwa Plan darin,wie z. B. bei Konrad Ferdinand Meyers„Hochzeit des Mönchs". Dieser setzt dieRahmenerzählung in einen zweiten Rahmen,weil er seinem furchtbaren Gegenstand da-durch das Atembeklemmende zu leiblicherGegenwart nimmt; er rückt seine Gestaltenin grosse Entfernung und gewinnt dadurch