— ii7 —
überschüttet, ja, im Übermut seiner Ver-achtung Gro eine Nacht zu ihm in den Kellersperrt, weil er seinem stolzen Fleisch eszutraut, dass es unantastbar und Herr überalle bleibe; wie er, rasend über Sölvers un-beugsamen Hochmut, ihn durch Hungerzähmen will und selbst gezähmt es aufgiebt.Und wie in all' diesen Prüfungen SölversLiebe immer tiefer wächst, — zarter undreiner — betende Sehnsucht wird. Wie ertagsüber den vielen wirren Lauten des Lebenslauscht, die den Burghof füllen, um deneinen, den er ersehnt, den leisesten Klangaufzufangen, der von i h r stammt. Wie ersie einmal selbst erblickt. Seit Stunden warer an der Luke seines Kellers gestandenund hatte ihren Namen gerufen und geflüstertund wieder gerufen; und nun war ihm's,als habe sein Gedanke sie herbeibeschworen.Und da war's, als fülle sich der ganze Hofmit weissem Licht, als blinkte jedes Blattan den Linden, als sprühte jeder GrashalmFunkentropfen und als strahlten die gelbenBlumen des Löwenzahns wie kleine Sonnen.All' sein Wollen, all' sein Denken sammelteer um sie. Er lehrte jeden Tropfen seinesBlutes für sie schlagen. Er wollte seinganzes Sein als Feueropfer für sie entzünden,damit die ganze Luft in der Burg vor Glutvibriere und seine Liebe wie ein unsichtbares