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Die skandinavische Litteratur und ihre Tendenzen : nebst anderen Essays
Entstehung
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nicht, wie Goethe es will, aus dem Herzen,das ganz von einer Empfindung voll ist;seine Verse erzählen von seinem Geschmack,sie sind freie Phantasien; sie fixieren schöneFarben und Klänge, sie lassen eine vageStimmung zu verwehenden Bildern werdenoder deuten irgend einen Nervenreiz aus.Die Liebe drin ist Wunschliebe und derLiebende ein Märchenprinz. So denkt sichKrag in einem schönen Lied eine Mengeherrlicher Dinge aus, darunter einen Schatz,einen Herzensschatz, weil es sich gut macht,Schönjungfrau vor sich in den Sattel zuheben und auf gewaltigem Rosse mit ihrhinauszusprengen in die lichte Johannisnacht.Und will er gar Hochzeit halten, so hat ihn,wie irgend ein Kritiker bemerkte, zu dieserExtravaganz gewiss wieder nur ein poetischesBild verführt. Sein Lieb jedoch heisst ganzunwirklich Zerlina oder Suleima und er hates niemals ausser etwa im Traum gesehen.Er baut ihr ein Schloss aus krystallhellenGedanken und goldenen Phantasieen. Undmanches Mal ist sie ihm dämonisch: dasPerlenband, das er ihr schenken will, müsstedann aus Rubinen bestehen, die in demTeufelstiegel geschmolzen, an der HölleFlammen gereinigt und so kostbar wären,dass man jeden Stein nur mit einer unsterb-lichen Menschenseele erkaufen könnte. Und