— 59 —
fliessen ... So schmiegte sich Ola Hanssonimmer fester und inniger dem Stück Erdean die Brust, dem er entsprossen war. Undje stärker er sich in seinem ganzen Wesenmit dieser mütterlichen Erde identifizierteund je mehr in ihm lebendig wurde, waseine vieltausendjährige Evolutionsgeschichteim Menschen abgelagert und aufgespeicherthatte, desto stiller wurde er, desto träu-merischer in die Natur versenkt, desto mehrnäherte er sich der inneren Ruhe voll pro-duktiver Wärme, der ,,Vitalitätsruhe", wieer es nennt, die er an Böcklin bewundert.Davon geben seine Werke in den letztenJahren Zeugenschaft. Bald schildert er, waser erlebt und gesehen, in Gestalten, die sichweich und doch scharf vom Himmel seinerHeimat abheben; bald lauscht er wieder dentiefen und rein gestimmten Liedern, die dasLeben auf ein paar Saiten seiner Seele spielt.Und immer handelt es sich um Jugend, Ent-wickelung, so wie er auch nur die ahnungs-reichen Jahreszeiten liebt: den Vorfrühlingdes ersten Knospens, den Mittsommer desReifens, den Spätherbst in den tausendFarben der Vergänglichkeit: nur der tote,starre Winter sagt ihm nichts. Er hat inseinen Erzählungen „Vor der Ehe", „Heim-reise", „Ein Erzieher" kulturelle und künst-lerische Bilder von Wert geschaffen; er hat