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das berüchtigteste Buch von Norwegen.Man nannte es ein unsittliches Buch und eswar nur, wie Garborg sagt, ein Buch überUnsittlichkeit, geschrieben, um Nachdenkenzu wecken und Wandel zu schaffen — sowenig verführerisch wie Daudets „Sapho",und doch ging ein Schrei der Entrüstungdurch den Norden über dies Buch, das zeigt,wie junge Männer heutzutage verderben.Und noch höher wuchs die Empörung überdas ergänzende Buch „Bei Mama", das er-zählt, wie junge Mädchen verderben — weilsie heiraten und weil sie nicht heiraten —Mann und Weib unter dem Doppelzwangder Natur und der sozialen Verhältnisse ver-derben, verderben.*) Krank und trostlosund landflüchtig und bitter arm kam ArneGarborg nach Deutschland, lebte und dis-kutierte mit Sozialisten und diskutierte sichum den Glauben an den Sozialismus. AndereStimmen wurden in ihm wach, lockendeStimmen aus der Jugend; zugleich kamenäussere Einwirkungen von Büchern undFreunden — Gesehenes und Erlebtes. Erbegann seine Weltauffassung wieder derpeinlichen Frage zu unterwerfen. Was waren
*) Näheres s. den Aufsatz über Arne Garborgin „Menschen und Bücher", Wien, Verlag'Leopold Weiss, 1893.