566
die Verbindung seines Sohns mit der Tochter Kursachsens und wies ihnmit seinen Truppen an Conde und den Admiral, die ihn auch annehmen•wollten. Inzwischen bekam J. C. Lust, statt mit ihm für sich allein insFeld zu ziehen und dies wurde hinter seinem Rücken mit Abgesandtender Hugenotten ins Werk gesetzt; J. 0. entschuldigte sich nach demFeldzug, die Gesandten hätten behauptet, „que je n'avois volonte demarcher." Wir sahen, dass er dann vergebens bereit war gegen dieHugenotten zu dienen; die p. 31 A. 3 citirte Werbung spricht von8000 Reitern und 100 Fähnlein. Für die p. 33 erwähnten Absichten desWiener Hofs spricht das Sehr, des Zasius an Baiern vom 13. Mai 1568(Ma. 229/lJ: G. H. habe seine 100 Hauptleute und Obristen und Ritt-meister für 5000 Pf. noch im Wartgeld; da wegen des französ. Friedens„sein visierlich und artig, auch nit so gar böss damalls under dem kriegaliis praetextibus gehabbt fürnemen contra Heidelperg etc. nun nit mehrstatt haben kan", wolle G. H. durch den Kaiser bei Alba Bestallungerhalten; man könne auch durch die Leute, die er habe, „noch wol einlerman oder 2 anrichten . . . wider die, so den kunig von Hispanien aufain mal fressen wolten, welchs weder uns noch E. F. Gn. multis respec-tibus zu gedulden." G. H. "Verkehr mit dem Kaiser dauerte fort; am25. Jan. 1569 erbietet sich Maximilian zur Erlangung des Schadenersatzesfür „den von D. L. in den bewussten handlungen guetherziglich aufge-wandten Unkosten" behülflich zu sein und am 20. Aug. 1569 beglaubigG. H. einen der drei Räte, die er an den Kaiser abfertigt, Dr. Schütz,für „etliche sundere geheime puneten"; Schütz, „welchen ich allein ingehaimbsten Sachen zwüschen E. kais. Mt. und mir gepraucht", starb balddarauf (G. H. an den Kaiser, 4. April 1570). Mb. 131/3. Die oben p. 69A. 2. citirte Zeitung vom 19. Dez. 1568 meldet, G. H. denke noch mit20 Fähnlein und 4000 Pf. „zu eines hohen potentaten dienst" am 1. Jan.anzuziehen. Beim französischen Zug Wolfgangs behauptet G. H. in demSehr, vom 16 Nov. 1587 wieder von den Hugenotten und Heidelbergernähnlich wie das erste Mal hintergangen worden zu sein. Im J. 1570trat dann seine Absicht, Reichsadmiral zu werden in den "Vordergrund(Koch II, 72).
Zu p. 51 A. 2. Vgl. Schmidt, Jean Sturm p. 157/8.
Zu p. 52. Vgl. Segesser, Ludwig Pfyffer und seine Zeit I (Bern1880), 540 f.
Zu p. 54. Markgraf Philibert von Baden-Baden, Schwager Albrechtsvon Baiern, nahm persönlich eine Art von neutraler Stellung zwischenKatholizismus und Luthertum ein (V ierordt , Gesch. der evangel.Kirchein Baden II, 44). Er wollte sich 1567 dem Zug J. 0. anschliessen (Lang.Are. I, 29; 35), liess sich aber namentlich durch den Kaiser abhalten,der sich darauf hin für eine spanische Bestallung verwendete, die Ph.bisher vergebens zu erreichen gesucht habe (Koch II, 53/4; vgl. Col.de documentos XXXVII. 206; also ist die BehauptungWürtembergs im-Juli 1567 bei Kl. II, 65 verfrüht). — Ueber den Zug Pf. Wolfgangs,die Beteiligung Oraniens, die ursprüngliche Absicht auf die drei Bistümerzu marschiren u. s. w. vgl. die neueste viele Ergänzungen bietende Dar-stellung bei Segesser I, 536 ff.
Zu p. 61 Z. 11 ff. Ueber diese Verhandlungen Triers mit Alba vgl.auch die Stelle in der , Germani cuiusdam nobilis . . . . commone-f actio" von 1584 (Oeuvres deMarnix, Corresp. p. 382), wonachdieselben ,,in perniciem ill" 1 ' sanetae memoriae comilis Friderici Palatini"gemeint gewesen wären.
Zu p. 63 ff. Vgl. Lossen, köln. Krieg I, 88 ff., wo eine genauereDarstellung der Versuche zur Erweiterung des Landsberger Bunds ander-wärts in Aussicht gestellt wird.