418. 1582 ÖÖ3
Visitation 1572 zu Speier mit J. C. Freundschaft geschlossen, was dembairischen Hof sehr unangenehm war (Lossen, köln. Krieg I, 119 f.).Das hier berührte Zusammentreffen zu Simmern, wohin sich J. C. am22. Okt. 1582 begab, um sich mit Pf. Reichard, der als früherer Dom-herr zu Strassburg, Köln und Würzburg in Stiftssachen Erfahrung hatte,über die kölnische Sache zu besprechen, schildert Dohna. Ernst hatte denfrüheren Erzb. von Köln Salentin von Isenburg bei sich. „Das war nuein seltzame coniunctio. Man sähe einander seltzam an , niemants woltesich etwas lassen merken. Doch gäbe es nach dem essen zimb-lich harte gesprech, daraus die affecten woll zu merken waren."Am Morgen reiste Ernst weiter nach Rom, dem Papst Gebhards Absichtzu entdecken und die bullam für sich zu erhalten; J. C. blieb nocheinen Tag.
35) Nikolaus Freiherr von Bollweiler (Pollweiler), als Kriegsmannin spanischen Diensten und vertrauter Correspondent Granvela'B bekannt,Österreich. Statthalter imUnterelsass, f 1588. Vgi. Papiers de Gran-v eile "VII, 381 A. 1; eine herbe Charakteristik B's. in der Lögende duCardinal de Lorraine (M6m. de Oonde VI, Paris 1745, p. 96), wo u. a.seine Versuche, Anton von Navarra und Ludwig von Conde zum Katho-lizismus zurückzuführen, hervorgehoben werden. Trotzdem finden wirihn 1583 in vertraulichem Briefwechsel mit J. C, der auf vorhergegangenepersönliche Erörterungen Bezug nimmt.
36) „Sie": Brandenburg und Hessen. Vgl. L.jWilh. anj. C., 15. Nov.1582, unten.
37) Parma's Aufmerksamkeit galt damals in erster Linie den Beweg-ungen Alengon's und der Franzosen.
38) Diese „reichsgravamina" dürften wohl mit den würtembergischenbei Sattler V, Beyl. p. 44 ff. abgedruckten „Gravamina, so auf demvergangenen reichstag fürgeloffen sind", identisch sein.
39) „Baroni' : vertraulicher Name Dohna's am Hof J. C. Derselbewar, nachdem er im April 1581 Urlaub genommen und den FeldzugBathori's gegen Russland mitgemacht hatte, am 25. Juli 1582 in Kaisers-lautern wieder eingetroffen.
40) Graf Rochus von Lynar, italienischer Abstammung, genoss alserfahrener Architekt und Ingenieur die Gunst der meisten protest. R.-Fürsten;er war Rat und „Artolerey- Zeug- und Baumeister'' Kf. Augusts, hatteaber auch brandenburgische, kurpfälzische, hessische, anhaltische Bestallung.Obwohl zum Calvinismus hinneigend wusste er sich bei August zu halten,dem er im J. 1575 eine scharfe Kritik der Heidelberger Zustände entwarf(vgl. Kl. II passim; Rommel V, 728; Böttiger [Flathe] II, 92).Trotzdem stand er in vertrautem Verkehr mit J. C., von dem er auchPension bezog (Ledebur, Archiv XVI, 221); am 4. Juli 1582 schreibter aus Spandau an den Pf. über einen Besuch des „baron de Tone", be-richtet von seinem Sohn Joh. Casimir und schickt für Madame „une boytede pierres de grevisses pour son apotiquarye" (Mc. Fürstens CXXIII.1011 Eigh). Die „Petarden", derentwegen J. C. offenbar bei Lynar an-fragen will, waren damals noch eine neue Erfindung.
41) Die französischen Kleinodien, vgl no. 397.
42) Graf Joachim von Zollern, der einzige Lutheraner neben dreikathol. Brüdern, war an den kurbrandenburgischen Hof gegangen (Stalin IV,831 A. 4).
43) Kurbrandenburg. Erbmarschall und Hofrat (Habe rl in XIII, 460),später in Diensten Johann Casimirs.
44) Schwendi hatte schon wiederholt die Waffen Joh. Casimirs indie Bahnen der von ihm vertretenen Reichspolitik zu lenken versucht.So empfahl er den Pf. 1577 dem Kaiser für die Rückeroberung der dreiStifter (no. 42; 70). J. C. Feldzug in die Niederlande schien den Wünschen
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