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6. Juni schlössen werde, wo sie sich allain den alten von vilen jaren her-geprachten Ordnungen gemes verhalten wolten. Als aber pfalzgrafHans repliciert, es seie nit bei den alten Ordnungen verbliben,sonder die juramenta erst seithero des Tridentinischen concili vilverendert, habe ich mich nit verner einlassen wollen, sonder ver-meldet, ich wiste von den Sachen nit vil zu reden, dieweiln mirunbewist, ob und was verendert worden; und hab das gesprachmit glimpf abgebrochen und Selbsten was anders angefangen mitI. F. Gn. zu conversiern."
Will dem kais. Auftrag vom 15. letzten Monats der Freistell-ung wegen mit Fleiss nachkommen. „Ich habe noch bis dato niterfarn künden, was die ritterschaft der dreier crais Franken,Schwaben und Reinstroms derwegen endlich entschlossen, wilnit underlassen, von hinnen aus dem mainzischen hofmaisterdesswegen. zuzuschreiben, und was ich in erfarung bringe, E. Rom.kais. Mt. allerundertenigist berichten." . . .
Wh. Reichstagsakten von 1582. Or.
1) Reichshofrat 1582, später Reichshofvizekanzler, vgl. Stieve,Verhandlungen u. s. w. p. 36 A. 99. Er war vorher bei den drei geist-lichen Kff. gewesen. Mainz hatte versprochen den R.-Tag zu besuchenund mit Sachsen wie sein Vorfahr gute Vertraulichkeit zu halten (Kurtzan den Kaiser , Mainz 7. Mai). Trier (bei dem schon Ilsung im Aprilgeworben hatte) hatte gleichfalls sein Erscheinen zugesagt, auf Auatragder Irrungen zwischen Trier und Luxemburg gedrungen und es als uner-lässlich bezeichnet, Sachsen noch vor dem R.-Tag dafür zu gewinnen,„das sich I. Ch. Gn. der freistellung entschlage" (Kurtz an den KaiBer,Coblenz 12. Mai). Köln hoffte seine Landstände, die ihn nicht nachAugsburg lassen wollten, noch umzustimmen (Kurtz an den Kaiser, Köln19. Mai). — Der Reichshofvizekanzler Vieheuser, der ursprünglich zuKurpfalz gehen sollte, war unterwegs schwach geworden (Werbung Kurtz'avom 2. Juni); seine Werbung beim Pf., von der die Depesche des venezian.Gesandten aus Wien vom 22. Mai berichtet, könnte daher nur schriftlichgeschehen sein, worüber ich aber sonst nichts finde.
2) Das Anbringen (2. Juni) hatte wiederholt und dringend das Er-scheinen des Kf. auf dem R.-Tag begehrt, da „alle wolfart in der kais.Mt. und der churf. selbst erscheinung in des reichs hohen Sachen stun-den" und auch Sachsen diese Ansicht teile. In der Beratung hierüberbeschwerte sich der Kf. „man schreib P. ein zeit für" [der Kaiser ver-sprach den Kf. nicht über 6 — 8 Wochen aufzuhalten] „werd bald einServitut draus werden. Vermeint keiser gleich, weil Sachsen kom, musssie [Pfalz] auch kommen " Eine zweite Beratung am 4. Juni zeigt dasstarke MiBstrauen, welches „das heftig Buchen" des Kaisers den Pfälzernerregte; sie zogen dabei die französischen Praktiken gegen Elsass, denbevorstehenden Durchzug der Spanier durch Lothringen, die BeziehungendeB Pf. Georg Hans zu Guise in Betracht. Reuber wies auf das grosseVolk hin, „so Sachsen einfurt," der Kf. selbst auf die 2000 Pferde, die[Erzh.] Ferdinand und Lichtenstein haben sollten : „mochten umb Augs-purg gelegt werden, wan einer nicht fort wolt, das es heissen möcht,friess vogel oder stirb." Die Antwort blieb bei den zwei Klauseln dervorigen (no. 340 A. 1); im Krankheitsfall wolle der Kf. Räte schicken,sobald der Kaiser ihn seines Anzugs berichtet. Ma. 545/1 Prot.
3) Vgl no. 319; 326.
4) Vgl. die no. 332 A. 5 berichtete Aeusserung. Graf Philipp vonNassau-Weilburg gehörte zu der im April 1581 vom Kaiser ernanntenCommission (Häberlin XI, 355).