317-318. 1581 457
317. Landgraf Georg an Landgraf Ludwig. 30. Nov.
Darmstadt.Nachricht, bei dem jüngsten Besuch der Kff. von Sachsen undBrandenburg beim Kaiser sei Sachsen in Unwillen weggezogen,weil auf seine Forderung der Rückzahlung der von ihm dem Vaterdes Kaisers vorgestreckten Summe der Kaiser Rückerstattung derdamals an S. verpfändeten sechs Städte l ) und des Ueberschussesihrer seitherigen Nutzung verlangt habe. S. habe ein Mandatergehen lassen, die Einwohner von Dresden, Leipzig und Witten-berg sollten sich auf ein Jahr verproviantiren oder bis Luciae weg-ziehen, bei Strafe an Leib und Gut 2 ).....
Darmst Kr. u. Mil.-Angel Conc- 2. Cop.
1) Vgl. über K. Maximilian's Verpfändung „etlicher Städte in Sohle-sien und Lausitz sammt dem neuen Zoll" an Kf. August (worüber Nähereswohl in Dresden zu finden sein dürfte) die Gerüchte oben p. 96 A. 1;200 A. 1 und die Andeutungen des Kf. selbst no. 132.
2) L. antwortet (5. Dez.), er und L. Wilhelm wisse nur von demGerücht, Sachsen habe befohlen, es solle sich jeder Untertan gerüstetund gefasst halten. Ebd. Or. .Jene angebliche Verstimmung des Kf.widerlegt am Besten sein Sehr, vom 4. Dez.
318. Kurfürst August an den Kaiser. 4. Dez.
Dresden.
Hat das Handschreiben des Kaisers von dessen Räten empfan-gen und das denselben ausser der Werbung aufgetragene besondereAnbringen vernommen; „daraus ich allerhand E. kais. Mt. gene-diges vertrauen in untertenikeit vormarkt; will derowegen den-selben also im werk nachzusetzen mich zum höchsten befleissigen;"will persönlich erscheinen, falls seine Mitkurff. ebenfalls kommen, *)und sich in dem andern, was der Kaiser daueben an ihn begehrt,so viel an ihm ist, so erzeigen, „dass E. Mt. hiraus meinen unter-tenigen getreuen gehorsam und besondere affection, so ich zu der-selbigen und dem ganzen löblichem hause Ostereich je und alle-wege getragen und noch, allergenedigest zu spuren haben muge."Wegen der andern Werbung verweist er auf seine den Gesandtengegebene Erklärung; hat ausserdem mit ihnen einer vertrautenSache wegen reden lassen. Bittet, sich hierauf gnädig zu erzeigen. 2 )
Wh. R.-Tags-Acten 1582. Eigh.
1) Die sachs. Antwort auf die Werbung der kaiserl. Räte Lobko-witz und Freiman schlägt als Zeit für den R.-Tag Laetare (25. März),als Ort Augsburg vor-, die brandenburgische Antwort (14. Dez.) geht aufLaetare und Regensburg. Trier schlug das persönliche Erscheinen ab(5. Dezember); Köln versprach dasselbe, falls die Mitkff. kämen undkeine besondere Hindernisse stattfänden (Bericht der Gesandten vom13. Dez.). Wh. a. a. O. Ueber Pfalz vgl. no. 320. Am 4. Febr. erklärteein kursächs. Gesandter am Kaiserhof, sein Herr wünsche Gewissheitüber die Absicht sämmtlicher Mitkurff., könne vor der 3. oder 4. Wochenach Ostern nicht kommen und schlage Eröffnung des R.-Tags durch dieRäte vor.