234-236. 1580 407
1) Diese Nürnberger Zusammenkunft (vgl. no. 229), ursprünglich 11. Junidurch die niederländische Frage veranlasst, verursachte bei den Refor-mirten grosse Aufregung durch das Gerücht, Kf. August wolle daselbstdie zwangsweise Einführung der Concordienformel bei sämmtlichen evan-gelischen R.-Ständen durchsetzen (HeppelV, 364 ff.). Eine Voraus-setzung, die bei den an die Publication der Concordie sich knüpfendenMeinungsverschiedenheiten ihrer eignen Anhänger (vgl. ebd. p. 221 ff.)und namentlich bei der entschieden ablehnenden Haltung Dänemarks(vgl. no. 215 A 1) keine Wahrscheinlichkeit hat. — Höchst abenteuerlicheGerüchte vom Nürnberger Tag in dem Sehr. Oraniens bei PrinstererI, 7, 461; schon am 22. Jan. 1580 schrieb Zündelin an Oamerarius ausVenedig: „comitia Germanorum Romana aula promittit, quibus Caesaromnia ex pontificis et Hispanorum sententia si non perfleiat, tentet certe"(Bm. Coli. Cam. XXI. 159).
235. Gebhard von Köln an Daniel von Mainz. 16. Juni
Linne
Meldet, dass eine Anzahl wohlgerüsteter und bemannter Schiffe,von Holland und Seeland kommend, sich zwischen Neuss und Köln,auch weiter hinauf gelegt haben; der eine Capitän zeigte zuKaiserswerth eine Bestallung Oraniens, in welcher neben andernPotentaten allen Reichsständen Sicherheit versprochen war, undleistete eidliche Caution. Störung des Handels und sonstige Gefahr,welche diese Kriegsschiefe verursachen. 1 )
Wm. Milit. 4. Or.
1) Diese fünf Schiffe („Ausleger"), die von Köln aus rheinaufwärtsstreiften und nach den von Graf Johann von Nassau und den unirtenProvinzen ausgefertigten Bestallungen den Rhein sperren sollten, verur-sachten einen von den vier rheinischen Kff. beschickten Tag zu Coblenz(24. Juli bis 5. Aug.). Da die Capitäne in Köln den Gesandten der Kff.erklärten, dass „one kraut und lot si nicht zu weichen gedechten", dieCapitäne bei Ruprechtsegg sogar das Sehr, nicht annahmen und drohtenweitere Briefe „an unehrliche örter zu wüschen und wider zuezuschicken,"schritt man zur Exekution; am 25. Aug. fuhren die Kriegsräte und Sol-daten von Coblenz ab, aber schon am 26. zu Bonn traf eine MitteilungJülichs ein, die Schiffe seien auf sein Ermahnen vermöge kais. Befehlszurückgegangen. Die Stadt Köln hatte sich neutral erklärt und dem einenCapitän sogar ein Zeugniss seines Wohlverhaltens ausgestellt. Kf. Geb-hard erhielt Nachricht, dass die Niederländer die Aufnahme einiger vonden Gaffeln gewählter Protestanten in den kölner Rat (vgl. Ennen V,329) und die Einführung des Calvinismus erzwingen sollten. Johann vonNassau, von Kf. Ludwig persönlich zur Rede gesetzt, entschuldigte sich undHess die Schiffe durch einen Diener zum Abzug auffordern. Vgl. Corresp. undProtokolle hierüber Wm. a. a. O. Der kurpfälz. Vorschlag, eine Lands-rettung für die Lande zwischen Rhein und Mosel einzurichten, erregte beiMainz die Besorgniss, Kurpfalz wolle J. C, Reichard, Georg Hans u. a.in den kurf. Kreis bringen (Memorial für einen Abgesandten an Trier,1. Juli, ebd. no. 3).
236. König Philipp II an Don Juan de Vargas Mexia. 17. Juni
Badajoz
„Lo de la leva de la gente del Casimiro sera bien que procureysentender en lo que para, y lo que havrä tratado con el el coronel