288
1577
86-88.
24. Nov.Cassel
28. Nov.Speier
13. Dezbr.Metz
86. Landgraf Wilhelm an Johann Casimir.
Bedauert die wachsende Anzüglichkeit in den Wechselschriftender Brüder, [vgl. no. 68 A. 1] DerKf. hat ihm von diesen beider-seitigen Handlungen kein Wort geschrieben; er kann denselben„über zuvor empfangenen sehumpf' nicht weiter vermahnen. J. C.zuletzt gestellte Vorbedingungen würde der Kf. selbst dann kaumannehmen, „wenn S. L. schon im veld geschlagen oder gefangen."
Warb. Pfalz. 1577 Cop.
87. Dr. Matthäus Wacker an Jakob Monau. 1 )
Der speirische Unruhstifter, der vor einem Jahr durch Brand-briefe und Steinwürfe die Stadt gegen die Calviuisten aufgeregthatte, 2 ) wurde „nudius septimus" Nachts „cum idem rursus tent-asset", verhaftet; er gestand auf der Folter seinen Plan, die Speirerzur Ermordung der Calvinisten zu veranlassen, deren Unschuld jetztoffen am Tage liegt. Doch wird der Schuldige wohl loskommen,weil er ja gegen „blutdürstige Ketzer" gehandelt hat. 3 )
Breslau, Stadtbibl. Briefband VII, 151 (im Auszug bei Gillet II, 90 A. 32;.
1) Vgl. über den Conatanzer Wacker und den Breslauer MonauGillet II, 70 ff.
2) Vgl. oben no. 21; 27.
3) Am 21. Dez. berichtet Wacker weiter: „Seditiosus ille Pseudo-myconius . . . nudius septimus capite truncatus est, quanquam non dees-sent, qui diutius vivere cupissent hominem, e quo plura desiderarentinvestigari, ac sane non paucis suspeeta fuit festinatio. Sed quaerebaturfortassis tKycivutfxoyrjai'ct." Bresl. a. a. 0. 152. Worauf das „Pseudo-myconius" geht, vermag ich nicht zu sagen.
88. Praillon 1 ) an Brülart.
Seine Keise zu J. C. erfolglos; derselbe drohte, wenn nichtdie fünf Geiseln und die Bezahlung zur nächsten Frankf. Messeeinträfen, Teilung der Geiseln und Kleinodien unter die Interessenten..... Der junge d'Escars wurde wegen Mordversuchs gegen einenkf. Diener im Heidelberger Schloss in schärfere Haft gebracht- 2 )Casimir „mal aecompaigne ä Lauther"; Ankunft des jüngeren Her-zogs von Zweibrücken [Pf. Johann], „qui est ung prince qui n'any force ny vertu." Die meisten deutschen Fürsten wünschten dieNiederlande unter Matthias mit dem Keich vereinigt zu sehen.Gerücht von der Vermählung des sächsischen Kurprinzen mit derSchwester des Kaisers und des Erzh. Matthias mit der TochterKursachsens. 3 )
Pb. V« Colbert 9. Eigh.
1) Die Gebrüder Praillon erscheinen vielfach in den "Verhandlungenmit Deutschland. In dem kgl. Beglaubigungschr., Paris 21. November,bittet Heinrich III J. C, an stelle der beiden bisherigen Geiseln den srdeSoicourt anzunehmen, dem noch vier weitere folgen sollen; die schlechteBehandlung der Herren d'Escars und d'Alögre hat bisher die übrigen ab-geschreckt. Pb. a. a. 0. Conc.