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1576 213
3) TJeber Kf. Friedrichs Darlehen an Oranien vgl. oben p. 48; 51; Sept./Okt.109 A- 2. Nach der dort citiiten Werbung bei den Deputirten von Hol-land und Seeland, 16. Juli 1578, betrug die Schuld der Staaten an Kur-pfalz 45000 fl., wovon übrigens die eine Hälfte (22000) vom Grafen von
Hanau, die andere von den kurpfälzischen Kirchen vorgestreckt worden war(van de Spiegel, onuilgegeven stukken I, 35 ff.). Wie Graf Johannauf der einen Seite von Kurpfalz gedrängt wurde, auf der andern dieStaaten von Holland und Geldern nur langsam und mit Mühe zur Rück-zahlung veranlassen konnte, zeigt seine Correspondenz aus den Jahren1579 und 1580 (Idstein; vgl. van Hasselt, Stukken voor de vader-landäohe historie IV, 155/61; er fürchtete das Amt Siegen, das er als Pfandeingesetzt hatte, ganz an Pfalz zu verlieren. Noch am 10. Juni 1580 schreibtein kurpfälzischer Abgeordneter, Balth. Schmitz, aus Köln einen drohendenMahnbrief an den Grafen.
4) Die Pfälzer wurden bereits damals an manchen Orten nicht nurals ständige Verbündete der Rebellion, sondern geradezu als bewussteGönner republikanischer und demokratischer Bestrebungen angesehen;vgl. oben p. 179. Kurz darauf berichtet Pf. Elisabeth ihrer Mutter, dieRä.te hätten ihrem Gemahl vorgeschlagen, er solle sich ganz in die Schweizzurückziehen (Kl. Ehe p. 52). Mit der Befürwortung eines „schwei-zerischen'; Föderalismus in unserm Entwurf stimmt die nachmalige Hal-tung Johann Casimirs in den Niederlanden völlig überein; BeutterichsPamphlet „le vray patriot" vom J. 1579 erklärt die Errichtung einer Eid-genossenschaft für „das einzige wahre Heilkraut gegen das spanischeGift." Erinnern wir uns, dass Hotman seine Franeogallia dem Kf. Friedrichgewidmet hatte.
5) Dies kann sich wohl nur auf die confiscirten Güter Brederode'sbeziehen, deren Restitution seine Wittwe, Friedrichs zweite GemahlinAmalia, beanspruchte (Prinsterer I. 5, 464).
6) Legende einer beim Abbruch der Verhandlungen von Breda 1576geschlagenen Medaille (ebd. 259).
7) Zierixsee capitulirte am 29. Juni 1576.
8) Es scheint nicht, das irgend eine der hier aufgeführten Sendungenwirklich stattfand; ihre Zusammenstellung zeugt übrigens von der dama-ligen Beschäftigung der pfälzischen Politik mit umfassenden Combinationen.
2. Kurfürst Friedrich an Pfalzgraf Ludwig.
Hat schon am 14. über seine Leibsgelegenheit geschrieben, diesich seither merklich verschlimmert hat; er weiss nicht, wie esder liebe Gott mit seinem Zustand schicken wird. Hat schon mehr-mals sein Verlangen „zu D. L. gegeiiwart, auch anschauwungenderen gemahel und kinder unser geliebten euklein" kund gegebenund wünscht jetzt um so dringender L's Anwesenheit; Job. Casimirist seit etlichen Tagen bei ihm. L. soll sich so bald als möglichsammt Gemahlin und Kindern (falls dies angeht) hieher verfügenund ihm in seinem Zustand söhnlich beiwohnen *).
Me. 987. Cop.
1) Noch am 25. Okt. wurde Credenz und Instruktion für einen an L.abzufertigenden Rat verfasst. L. Antwort, Arnberg 28. Oktober, lehntunter Hinweis auf sein und seiner Gemahlin TJebelbefinden die Büte desKf. ah und hofft auf Gottes Hülfe.