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Georg Hans war erschienen. *) Graf Ludwig fand die Königin zurUnterstützung seiner niederländischen Kriegspläne geneigt, aber dieKlausel, dass Frankreich sich hierin ganz nach dem Vorgang derdeutschen Fürsten richten wolle, war nicht geeignet lebhafte Hoff-nungen zu erregen. Ausserdem Hess die offenkundige Spannungzwischen den königlichen Brüdern, die Krankheit Karls IX, dietrotzige Haltung Alengou's, des Jüngsten, den inneren Frieden desKönigreichs selbst bedroht erscheinen. Graf Ludwig suchte sichfreilich gerade diese Verhältnisse zu Nutze zu machen. Schon seitdem Sommer stand er mit Alencon und der sich bildenden Parteider Unzufriedenen, der sogenannten Politiker, in Verbindung; in Bla-mont verkehrte er persönlich und durch Mittelspersonen mit demehrgeizigen jungen Herzog, auf dessen bevorstehender Vereinigungmit den nassauisch-pfälzischen Streitkräften das ganze niederlän-dische Kriegsprojekt eigentlich ruhte. 2 )
1) Thuanus LVII. 11; Mem. du duc de Bouillon (Petitot, collectionXXXV, 96); Journal de l'institut historique II, 101. Theiner (I, 160)nennt irrig den Grafen Ludwig einen Sohn des Kf., Noailles (II, 394)lässt statt Christophs Johann Casimir in Blamont erscheinen. lieber diedortigen Verhandlungen mit den kaiserlichen Commissären, zu derengrossem Erstaunen man die Reiseroute über Metz nicht eingehalten hatte(Theiner I, 375), vgl. Heidenstein p. 47/48; auch einen Bericht aus Paris,Calendar 1573 p. 446.
2) Ueber die Verhandlungen zu Blamont vgl. vor Allem das Sehr.Graf Ludwigs an Oranien, Dez. 1573 (Prinsterer I. 4, 278 ff.) und dieim Prozess La Mole-Coconnas gemachten Aussagen Alen^ons und seinerAnhänger (Mem. de l'estat de France III, 210 ff. ; 216; 246; 276); fernerden Bericht des Legaten Salviati an den Cardinal von Como, Poissy25. Dez. (Theiner I, 376). Ueber die vorhergegangenen SendungenAlenQon'scher Agenten (Cormont, vgl. Prinsterer I. 4, 216, und La Roc-que) sowie über die Abfertigung des s r de St. Martin von Seiten Lud-wigB von Alencon vgl. La Hug. I, 184 ff.; M6m. de Bouillon (a. a. 0. 98).— Der von Teulet, Relations polit. de la France et de l'Espagne avecl'Ecosse V, 113 ff. abgedruckte und (vgl. p. VI) seltsamer Weise fürecht gehaltene Bundesvertrag zwischen Fürsten, Städten und Herrenbeider Religionen in Deutschland, England, Schottland, der Schweizund den Niederlanden zur „Befreiung" Frankreichs (datirt Speier 15. Okt.1573), den der spanische Gesandte aus dem Französischen übersetztan Philipp II schickte, ist natürlich eine Fälschung und am Wahrschein-lichsten auf die französischen Gegner der Politiker und Hugenotten, wennnicht auf die Spanier selbst zurückzuführen. Auch Froude XI, 13 ver-wertet dieses in die Reihe der katholischen „Verbündniss" von 1567 u. a.Brandschriften gehörige Stück als authentisch.