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gleichen Richtung; beide sprachen gern von ihrer Freundschaft mitSachsen und Pfalz, auf deren bewaffnete Unterstützung sie stets undnamentlich dem Papst gegenüber zählen könnten. 1 ) Aber der neueGrossherzog Cosimo versäumte es nicht seine Gegenzüge zu tun.Nach einer Nachricht hätte sein Agent Fregoso erst in Heidelbergden Vorschlag gemacht, mit Toskana's Unterstützung Spanien inden Niederlanden zu beschäftigen; jedenfalls betrieb er in Rochellewie in Paris diese Umwandlung des italienischen Kriegs in einenniederländischen mit Erfolg. 2 ) Dass die Hugenotten eine engereVerbindung mit Oesterreich und Spanien nicht ernstlich wünschenkonnten, liegt auf der Hand; zudem weilte der feurigste Vertreterder Niederlande, Oraniens Bruder Graf Ludwig in ihrer Mitte. Sowenig wir über die Rolle der deutschen Fürsten in diesen über-haupt nicht klar liegenden Verhandlungen unterrichtet sind, so stehtdoch die Fühlung und Uebereinstimmung des Kurfürsten Friedrichmit den Hugenotten ausser Zweifel. Nach der Rückkehr derdeutschen Gesandten empfiehlt er aufs Wärmste den Krieg gegenAlba und die Verbindung mit England; er weist darauf hin, wiedas Zusammentreffen des französischen und des nordischen Friedensmit der italienischen Verwicklung und dem Tod des Kurfürsten vonBrandenburg eine Gelegenheit biete, die nicht vorbeizulassen sei;er betont die "Wechselbeziehung zwischen der niederländischen undantitürkischen Politik Spaniens. 3 )
Die Besorgnisse der Spanier, „das Feuer könnte in ihrem Ka-min angehen", war wohl begreiflich. Abgesehen von den Huge-notten zeigte auch der französische Hof eine bedenkliche Ver-stimmung über die Rücksichtslosigkeiten Philipps II. Wir erinnernuns an die wenig zuvorkommende Haltung Alba's im letzten Huge-nottenkrieg. Trotzdem nahm man in Madrid den Frieden von
1) Ueber die Versuche des Kaisers und Spaniens bei Karl IX. vgl.die Depeschen Petrucci's vom 22. Febr. 8. 14. 19. März 11. April 1571(Desjardins a. a. O.).
2) Von seinem Auftreten in Heidelberg berichtet allerdings nur LaHuguerye (I, 14), der aber bei aller Unzuverlässigkeit nicht selten durchdas unverdächtige Zeugniss gleichzeitiger Correspondenzen gerechtfertigt■wird. So erweist er sich für diese Verhandlungen, wenn wir die BerichtePetrucci's beiziehen, jedenfalls als gut unterrichtet; vgl. z. B. seine An-gaben über Fregoso's Reise nach Rochelle und erfolgreiche BearbeitungLudwigs von Nassau (p. 16 ff.) mit der Darstellung Teligny's bei Petrucci(Desjardin III, 649).
3) Friedrich an August, 2. März 1571 (Kl. a. a. 0.).