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1 (1882) 1576 - 1582
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Rahmen der Kreisverfassung blieb, so wurde auch bei der Heidel-berger Versammlung der streng legale Standpunkt gewahrt. Ver-gebens suchte ein englischer Agent die Fürsten zu einer Schickungan seine Königin zu bewegen; man verwies ihn einfach auf dieErfurter Beschlüsse, wogegen er die Bemerkung nicht unterdrückenkonnte, er verstehe dies dahin, dass die Reichsstände den Kaiserfürchteten. Eine Bitte hugenottischer Gesandten um Geldunter-stützung wurde ebenfalls abgeschlagen. Aber die versammeltenFürsten richteten ein Schreiben an den König von Frankreich,worin sie Frieden und völlige Religionsfreiheit für die Hugenottenforderten und die Andeutung machten, das deutsche Reich könneeiner Fortdauer des französischen Bürgerkriegs nicht länger ruhigzusehen. Dieser offizielle Schritt mag auch jenen abenteuerlichenGerüchten von den deutschen Rüstungen mehr Ansehen verliehenhaben; jedenfalls bestärkte er die französische Regierung in ihremEntschluss, dem Friedensbedürfniss des eigenen Landes nachzugebenund den Hugenotten das „ewige [und unwiderrufliche" Edikt vonS. Germain (8. August 1570) zu gewähren. 1 )

Während die Franzosen endlich Frieden machten, knüpftensich aufregende Vermutungen verschiedener Art an den Reichstagzu Speier. Die bevorstehende Vermählung zweier Kaisertöchtermit den Herrschern von Spanien und Frankreich gab dem Miss-trauen der Protestanten frische Nahrung; man behauptete, derPapst wolle den Kaiser zur Absetzung der drei weltlichen Kur-fürsten nötigen oder den Erzherzog Karl zum römischen Königerheben. Namentlich Friedrich der Fromme sollte seiner Kur,ja sogar seines Lebens nicht mehr sicher sein. Auf der andernSeite sprach man von dem bewaffneten Bund der weltlichen Kur-fürsten, die einmal der habsburgischen Succession im Reich einEnde zu machen gedächten. 2 )

1) Kurz vorher hatte die Regierung ihre Befürchtungen wegen einerdeutschen Invasion noch nicht aufgegeben, vgl. Karl IX. an La Mothe,6. Juli 1570 (La Mothe VII, 121).

2) Der französische Gesandte in London gefiel sich darin, seinemHof immer die auffallendsten und unwahrscheinlichsten Gerüchte überDeutschland zukommen zu lassen (La Mothe III, 228; 231/2; 248/9;298; 322; 326; eine ungläubige Bemerkung des Königs VII, 141).Uebrigens sprach man 1570 auch in Italien von der römischen Königs-wahl ; der Herzog von Savoien sagte zum venezianischen Gesandten:„oh! la casa d'Austria ha fornito il suo cbrso d'aver imperatori; nonbisogna che vi pensino piü" (Alberi, Relazioni degli amb. Veneti II, 2,178).