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1 (1882) 1576 - 1582
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der Kaiser mit den Katholischen nicht die "Wage zu halten ver-mochte. Neben dem Reichstag zu Speier versammelten sich dieprotestantischen Fürsten in Heidelberg zur Hochzeit Johann Casimirswie zu einemGegenreichstag"; ausser Sachsen und Pfalz warender Markgraf von Ansbach, dei* junge Herzog von Würtemberg,Adolf von Holstein, drei Landgrafen von Hessen und MarkgrafKarl von Baden anwesend. Die kriegerischen Absichten, die manihnen in Frankreich zuschrieb, erwiesen sich freilich als leeresGerücht, 1 ) aber die fürstliche Hochzeit machte ihre politische Trag-weite in und ausserhalb des Reichs deutlich genug fühlbar. VorAllem ergriff August die Gelegenheit, gegen seinen ernestinischenVetter Johann Wilhelm aufzutreten, mit dem er wegen der Kostender Gothaischen Exekution und wegen der Feindseligkeit derweimarischen Theologen in Unfrieden stand. Der Zorn des Kur-fürsten gegendie unsinnigen losen Leute", deren flacianischerEifer sich in wilden Schmähungen gegen seine Geistlichen und ihnselbst erging, wurde noch gesteigert durch das Gerücht von einerneuen Adelsverschwörung; im Frühjahr 1570 schien der Kriegernstlich zu drohen und Kurfürst Friedrich Hess seinem unruhigenSchwiegersohn sagen, es könnte mit ihm leichtein GrumbachischEnde nehmen." 2 ) Jetzt fertigten die in Heidelberg versammeltenFürsten, August ausgenommen, eine Gesandtschaft nach "Weimar ab,deren Instruktion das zelotische Gebahren der herzoglichen Ultra-

1) Vgl. die offenbar aus blossenZeitungen" geschöpften Mitteilungendes französischen Gesandten in England, der auch auf Augusts Strebennach der Königskrone Bezug nimmt, Depeschen vom 16. 21. 25. 29. Juni1570 (La Mothe III, 195; 208; 215; 221); übrigens sagte auch K. Eli-sabeth dem Gesandten, der Kaiser habe ihr geschrieben, dass angeblichzu Gunsten der Hugenottenil s'estoit faicte une plus grande assembleeä ces. nopces de Casimir, que ne requöroit l'ordre des maryez." "Vgl.den Bericht des venezianischen Gesandten, Speier 21. Juni 1570, derneben den geheimen Beratungen der Heidelberger Fürstenversammlungnamentlich die von sächsischer Seite entfaltete übermässige Pracht be-tont; so habe sich die Kurfürstin Anna beim Abendtanz von acht dervornehmsten Herren mit Fackeln vortanzen lassen,dove all' imperatricenon sogliono preceder piti che doi." Was er aber von "Verhöhnung derPfaffen in Maskenfesten und Bildern erzählt, ist sicher Erfindung. (Ven. Cop.)2) Kl. II, 389; über die angebliche Adelsverschwörung Languet'sBrief vom 15. März 1570 (Are. I, 142/3); eine Zeitung vom 11. März 1570erwähnt eine praedictio des kursächsischen Astrologen auf dieses Jahr,die u. a. besagt:den 19ten Junii wirdt ein verjagter fürst wider ein-komen" (Bm. Cod. germ. 1320 f. 150).