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Aufregung zurückzurufen, die im vorigen Jahr selbst eifrige Lu-theraner erfüllt hatte. Die Hitze war längst verraucht, als der ge-fürchtete papistische Angriff auf sich warten Hess.
"Wilhelm von Hessen bemerkte ganz richtig, bei solcher Stim-mung wäre der Tag besser unterblieben. Der Eindruck war nachallen Seiten ein sehr ungünstiger. Die Königin von England fühltesich, wie die Pfälzer bestimmt voraussagten, höchlich beleidigt; diedeutschen Fürsten, äusserte sie, hätten mit ihr und ihrem Gesandtenunziemlichen Spott getrieben. *) Und gerade was man so ängstlichvermeiden wollte, die misstrauische Erregung der katholischenReichsstände wurde schon durch die Tatsache eines protestantischenOonvents, dessen Verhandlungen geheim bleiben sollten, herausge-fordert. Die Versammlung zu Erfurt hatte freilich ein erklärendesSchreiben an den Kaiser gerichtet, das sich aber auf sehr allge-meine Versieherungen beschränkte; auch beeilte sich August vonSachsen, einen bairischen Gesandten über die englischen Verhand-lungen zu beruhigen, aber ebenfalls ohne eigentliche Aufschlüsse zugeben. 2 ) So blieb der Verdacht und der Wunsch nach einemGegenbündniss bei den eifrig Katholischen ungeschwächt. Und da-bei glaubte man sogar auf die Unterstützung protestantischer Ele-mente zählen zu können. Sassen doch im Erfurter Convent selbstdie Vertreter eines spanischen Pensionärs, des Markgrafen Hansvon Brandenburg, der sich nachher auf seine erfolgreiche Tätig-keit gegen das englische Bündniss berief. Alba empfahl ihn auchseinem König als „den besten Kopf in ganz Deutschland" undPhilipp IL erklärte, so sehr er beklage, dass ein so trefflicher Mann
Rittmeister seines Neffen Casimir umgebracht worden sei (Pb. fonds fran-Qais 15918). — lieber einen französ. Gesandten Malassis und seine an-gebliche Instruktion, Kurpfalz von "Wolfgang gütlich abzuziehen oderdurch Bestechung einen deutschen Angriff auf den calvinistischen Kf. zuveranlassen, Kl. II, 312/3.
1) Schlichtegroll p. 79.
2) Sehr, der Erfurter Versammlung an den Kaiser, 10. Sept. 1569(Heppe II, Beilagen p. 60 ff.). Am 20. Nov. berichtet der nach Sachsenabgefertigte bairische Gesandte Dr. Everhardt, August habe ihm zuge-standen, „das ein gesandter von der kunigin aus Engelland verrückterzeit in disen landen gewest, der allerlei brieve mit sieh gebracht, gleich-wol er ein schlechter kärle ward"(!), aber vom Erfurter Tag erwähnteder Kf. nichts (Ma. 401/2 f. 314). Daher glaubte Albrecht von Baiernam 21. Nov. an Alba die drohendsten Gerüchte über den Verlauf diesesTags ohne Vorbehalt mitteilen zu dürfen (Sugenheim, Baierns Kirchen-und Volkszustände p. 574 A. 14).