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die Mehrzahl der Fürsten waren solche Gesichtspunkte, die überdas Nächstliegende hinausgingen, vollends unverständlich, da sieja nicht einmal durch die von ihnen offen zugegebene Bedrohungihres Bekenntnisses in Bewegung gesetzt werden konnten.
Schon im Mai war. Elisabeth über die Erfolglosigkeit ihrerSendung im Reinen, 1 ) obwohl die Pfälzer immer noch auf ihreneue Freundschaft mit Kursachsen hofften und namentlich Ehernseine Lieblingsidee, die protestantische Union mit wahrem Feuer-eifer zu verwirklichen strebte. Dabei war und blieb das Haupt-argument, dass der Religionsfriede und die übrigen Reichsconsti-tutionen nur auf dem Papier stünden. Aber so gutwillig auchKurfürst August die pfälzischen Vorschläge anhörte, so blieb erdoch bei seinem Grundsatz, mit Ausländern sei kein Bündniss ein-zugehen, und trotz der übeln Erfahrungen in der niederländischenSache meinte er doch, man müsse sich nach wie vor an die Reichs-verfassung halten und den Kaiser zu gewinnen suchen. ? ) Ehern,der Augusts Freundlichkeit viel zu günstig auslegte, bedauerte leb-haft, dass Johann Casimir ihm nicht rechtzeitig nach Dresden gefolgtsei, um seiner "Werbung mehr Nachdruck zu verleihen. Aber derjunge Pfalzgraf war durch neue Verhandlungen über die französi-schen Ausstände zurückgehalten und scheint überhaupt die englischeFrage viel kühler aufgefasst zu haben als Ehern, der mit Rechtdarauf hinwies, die Königin werde allmählich an der Aufrichtigkeitder Fürsten zu zweifeln anfangen. 3 ) Uebrigens hatten nachher auchdie persönlichen Bemühungen Johann Casimirs, der über die be-waffnete Unterstützung der Hugenotten „vielfältig und beweglich"mit August und dessen Gemahlin redete, gar keinen Erfolg. 4 )Kurbrandenburg war, wie gewöhnlich, noch vorsichtiger wie Sach-sen; selbst Wilhelm von Hessen zog dem ausländischen Bündnisseine engere Correspondenz der protestantischen Reichsfürsten vor,die ja ihren Untertanen den Kriegsdienst gegen fremde Evangelischeverbieten könnten. 3 )
1) K. Elisabeth an Killegrew, 31. Mai 1569 (Calendar. a. a. O. p. 80).
2) Hiefür sehr charakteristisch der Auszug aus einem SchreibenAugusts an Friedrich, den Killegrew in seinem Sehr, vom 16. April mit-teilt (ebd. p. 62/3).
3) Ehern an Fr. 22. Mai 1569 (Kl. II, 327 ff.): „damit man nitschimpf und spott einlege und das ansehen hab, als het man der kuniginbrillen gerissen."
4) Kl. II, 350 A. 1; 352 A. 3.3) Ebd. 352 A. 2.