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Königin Elisabeth selbst wies zeitweilig die Franzosen auf diesevon Deutschland drohende Gefahr hin und der französischeHof suchte durch den nämlichen Hinweis Spanien zu kräftiger Un-terstützung zu veranlassen. *) Aber Alba, der aus Deutschland be-ruhigende Nachrichten hatte, fasste zum grossen Aerger der fran-zösischen Regierung die Sache viel kühler auf als Philipp II; erhatte keine Lust, einer eingebildeten Gefahr wegen seine mili-tärische Stellung in den Niederlanden .zu schwächen oder gar aufsSpiel zu setzen. 2 ) In der Tat scheinen die vielbesprochenenpfälzischen Rüstungen nicht über das Projekt hinausgekommen zusein, obwohl Friedrich allerdings im Sommer 1569 Sachsen undandere Fürsten für einen „Nachzug" zu gewinnen suchte und nochim folgenden Winter seine Bemühungen um englische Subsidienfortsetzte. Aber Elisabeth war nicht gesonnen, ihr Geld an eineisolirte Unternehmung der Kurpfälzer zu wagen; sie äusserte sichüber diese Zumutung einmal mit bitterem Spott. 3 )
Ueberhaupt war sie auf die deutschen Fürsten nicht gut zusprechen, und das mit vollem Recht. Denn die Verhandlungen
1) Ueber die schwankenden Gerüchte von J. 0. Rüstungen vgl. na-mentlich La Jlothe's Depeschen vom Juni 1569 bis zum März 1870 (LaMothe II; III); über die Zumutungen der französischen Regierung anSpanien Alba an Philipp 29. Juni, 8. August, 27. Okt., Philipp an Alba4. Juli 1569 (Coleccion XXXVIII, 143 ff.; 153 ff.; 173 ff.; 206/7).
2) Noch am 27. Oktober ,-bittet Alba den König, den Franzosen be-greiflich zu machen „que en ninguna manera podre hacer ausencia poruna hora ni volver la cabeza ä estos estados ni sacar dellos la gente;"nur auf Sendung von 3000 Pferden will er sich einlassen; aber er hältdie pfälzischen Rüstungen für eine tendenziöse Erfindung („que habiasido querer con este rumor animar los rebeldes y apretar al rey al cor-dio"). Vgl. die Klagen Karls IX. über Alba in einem Sehr, an den Car-dinal von Guise vom 5. Juli 1569 (Charriere, negotiations de la Francedans le Levant III, 50 A.); auch in Rom war man mit der Haltung Spa-niens unzufrieden (ebd. p. 48 A.).
3) Schlichtegroll p. 81. Ueber die Werbung eines pfälzischen „Se-kretärs" in England vgl. La Mothe an Karl IX. 21. Jan. 1570 (III, 23).Ueber die pfälzische Befürwortung eines „dritten Haufens" (Nachschubs)bei Sachsen u. a. Kl. II, 341 ; 347 ff. Im Nov. 1569 wurden Sehr, derPrinzen von Navarra und Conde an Friedrich und Johann Casimir, da-tirt Saintes 11. Oktober, aufgefangen, worin um Beschleunigung des Nach-zugs gebeten wurde, daneben ein Sehr. Coligny's an Sachsen mit derBitte um Beistand (Tavannes an Vergy 16. Nov. 1569, mit Beilagen,Ma. 284/12 f. 268 ff.).