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musste zur Verbreitung dieser Fiktion herhalten. 1 ) Das gegen-seitige Misstrauen wuchs dann mit den niederländischen Unruhen.Immer wieder erhoben sich Stimmen, die den Kurfürsten als heim-lichen Gönner üraniens bezeichneten; er sollte sogar mit den Auf-ständischen sich bereits in die Niederlande geteilt, Friesland undOveryssel als seine Beute ausgeschieden haben. August, der vonder andern Seite durch aufgefundene Correspondenzen der Nieder-länder und der Grumbachischen sehr unangenehm berührt seinmusste, bemühte sich zunächst Spanien und den Kaiser nach Kräftenseiner Ergebenheit zu versichern. Aber seine Entschuldigungenwaren nach den Reden, die er selbst mit Graf Ludwig von Nassaugepflogen hatte, keineswegs der Wahrheit gemäss. Er vermochteauch den Verdacht der Spanier nicht zu beseitigen, während gleich-zeitig der Prozess der Grafen Egmont und Hoorn sowie die Eröff-nungen des Kaisers über das päpstliche Bündniss den Kurfürstenmehr uud mehr in die ängstliche Aufregung seiner übrigen Glau-bensgenossen hineinzogen. 2 )
1) Schon vor der Wahl Maximilians traute man dem KurfürstenAbsichten auf die römische Krone zu; der Herzog von Savoieu äussertedamals „che niuno possa succeder ragionevolmente all' imperatore se nonil presente duca Augusto di Sassonia - avendo messo insieme moltidenari a questo fine" (Bericht des venez. Gesandten, Alberi, Relazioni II.1, 452). Selbst Granvela hielt es für möglich, dass August sich oderseinem Schwager Friedrich von Dänemark die Krone verschaffen wollte(Papiers de Granvelle "VI, 320); letztere Combination war insofern nichtganz aus der Luft gegriffen, als ein französischer Gesandter, der Rhein-graf, im Spätherbst 1561 die geplante Verbindung König Friedrichs mitMaria Stuart dadurch besonders zu empfehlen suchte, dass Dänemark,durch Schottland verstärkt und von Frankreich unterstützt, mit ziemlicherSicherheit auf die Erwerbung der römischen Königswürde rechnen könne(Historisk Tidsskrift IV. 2, 925/6). Später suchte bekanntlich die Grum-bachische Partei den Kf. August durch den Vorwurf zu verdächtigen, ersei insgeheim ein Feind der Habshurger, die er vom Reich verdrängenwolle; oder es hiess auch wohl, Maximilian habe dem Kurfürsten dierömische Krone versprochen, aber sein Versprechen nicht gehalten (vgl.Granv. IX, 179; Cal. of St. P. 1566—68 p. 554; über ein zu GunstenAugusts interpretirtes Prognostikon des Nostradamus vgl. Lang. Are. III,307; auch Kl. I, 575). Der Kurfürst selbst hat wohl gelegentlich er-klärt, wie fern ihm jeder derartige Gedanke liege, aber wir werden jenenVermutungen, die.nicht aus der Welt zu schaffen waren, noch öftersbegegnen.
2) Vgl. Bitter a. a 0. 326 ff , 335 ff.; die sächsische Darstellungdes Verkehrs mit Ludwig von Nassau, 29. März 1567 , stimmt mit dem