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gar nichts erreichte, wagte er sich damit zu brüsten, er habe dieantiprotestantischen Absichten der französischen Regierung erkanntund ihr deshalb seine Dienste verweigert. *) Aber im nämlichenAugenblick setzte er in Wien alle Hebel in Bewegung, um sich demKaiser oder auch dem Herzog von Alba zu verkaufen, und zwarzu einem Ueberfall gegen Kurpfalz. Damit glaubte Georg Hans nurfür sein gutes Recht in die Schranken zu treten, denn er erkannteden während seiner Minderjährigkeit abgeschlossenen HeidelbergerSuccessionsvertrag von 1553 nicht an und beanspruchte von Kur-pfalz die Herausgabe des vierten Teils der Ottheinrich'schen Ver-lassenschaft. 2 ) Bis 1. April 1568 sollten 80 Fähnlein Knechte undetwa 4000 Reiter im Feld stehen und die „Züchtigung" Friedrichsohne Beschädigung der übrigen Reichsstände unter kaiserlichem undspanischem Schutz vollstrecken. "Wirklich erklärte Maximilian demveldenzischen Abgesandten, es würde ihn nicht verdriessen und erwolle durch die Finger sehen. Der Gesandte verfügte sich von Wienaus zu Alba, gut empfohlen vom Kaiser und vom spanischen Ge-saudten; die Werbungen wurden eifrig betrieben, ihr wahres Zielhinter den verschiedensten Gerüchten verborgen. 3 )
Wie ahnungslos Friedrich war, beweist die Kühnheit, womit ereben damals Spanien noch besonders herausforderte. Er belegteeine Anzahl genuesischer Waarenballen mit Beschlag, welche fremdemeist spanische Silbermünzen enthielten und nach den Niederlandenunterwegs waren. Die Sache machte grosses Aufsehen und Spanien,auf das Lebhafteste vom Kaiser unterstützt, drang auf Herausgabe.Friedrich aber, der von Anfang an einea Zusammenhang mit denpäpstlichen Praktiken voraussetzte, weigerte sich standhaft; er be-
1) Calendar of State Papers 1566—68 p. 421/3; Prinsterer I. .3,172 ff.; 190 ff.
2 ) Vgl. z. B. Struvius, Formula successionis ser. domus Palatinae(Mannheimer Ausgabe mit Anmerkungen) p. 135 ff.
3) Ohantonay, span. Gesandter in Wien, an Alba 18. 21. Febr. 1568(Coleccion XXXVII, 130 ff.; das „miraria por entre los dos" p. 130wohl Druckfehler für: „dedos" !); zuerst verwertet von Kl. Fr. p. 327,wo aber das Scheitern des Plans nicht ganz richtig erklärt wird; voneiner edleren Regung, die G. H. abgehalten hätte, kann nicht die Redesein; s. unten. Eine Zeitung vom 24. März (Ma. 229/10 f. 186) be-richtet , dass G. H. 100 Fähnlein wirbt, nach seiner Angabe teils fürSchweden, teils für Polen. Vgl. auch Zasius an Baiern, Wien 13. Mai(ebd. 229/1), der das Vorhaben des Pfalzgrafen gegen Heidelberg „visier-lich und artlich, auch nit so gar böss" nennt.