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1 (1882) 1576 - 1582
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neben ;dem unfassenden Arbeitsgebiet des englischen Staatsmannserscheint. Ein französischer Diplomat nennt Ehern einen „Todfeinddes Hauses Oesterreich"; wirklich hat er, soweit sein Einfluss undseine Mittel reichten, stets die „Pfaffen" und als ihre Hauptstützedie spanischen und deutschen Habsburger bekämpft. Seine Anschau-ungen von der deutschen „Freiheit und Libertät" leiden natürlichan dem Mangel eines starken Nationalgefühls, der die damaligenDeutschen fast durchgängig kennzeichnet. Und wenn er in der Be-handlung der innern Kirchenpolitik sich heftig und unduldsamzeigte, so ehrt ihn andererseits die männliche Unersehrockenheit,womit er auch in gefahrvollen Lagen seine Ueberzeugung vertrat.In engster Verbindung mit Ehern finden wir den BöhmenWenzel Zuleger, Vorstand des Heidelberger Kirchenrats; er übertrafseinen Freund noch an streng calvinistischem Eifer und setztezuweilen seine kühneren Vorschläge auch gegen Ehem's Ansichtdurch, nicht immer zum Besten der Sache. Jedenfalls führten dieBeiden mit ihren geistlichen und weltlichen Anhängern das eigent-liche Regiment, denn die politische Unselbständigkeit des frommen„Josias", wie sie den Kurfürsten nannten, war allmählich einoffenes Geheimniss für Freund und Feind. Friedrich hatte seinebeste Kraft an theologische Gedankenarbeit gewendet, sich Jahrelang fast unausgesetzt mit Dogmatik und Kirchenverfassung be-schäftigt, sein Bekenntniss immer wieder an der Schrift geprüft, inzahlreichen ausführlichen Briefen oder vielmehr Abhandlungenentwickelt und verteidigt. Wenn der Kaiser ihm spottend nachsagte,er könne über seinen Ketzereien nicht mehr schlafen und forschedie Nächte durch in der Bibel; so ist das keine müssige Erfindung.Nach dem Gespräch zu Maulbronn schrieb er Nachts und bis inden Morgen hinein an einer Erörterung eucharistischer Streit-fragen. Zu dieser übermässigen Anspannung — denn Friedricherfüllte daneben die weltlichen Pflichten seines Amts gewissenhaft— kamen nun die Erschütterungen des Jahres 1566, der Augs-burger Reichstag und der jämmerliche Sturz Johann Friedrichs vonSachsen, der die älteste Tochter des Kurfürsten mit ins Elend riss.Als aber vollends die kriegerische Gestaltung der Weltlage jenetheologischen Kämpfe in den Hintergrund drängte, da trat beimKurfürsten der Rückschlag ein und ein gewisser Nachlass seinergeistigen Energie machte sich unläugbar geltend. Es war noch einGlück, dass neben den zelotischen Geistlichen, freilich nicht ohneihre unentbehrliche Beihülfe Männer wie Ehern und Zuleger diepolitische Führung übernahmen. Nicht durch diese persönlich ehren-werten Leiter, sondern erst durch das wachsende Uebergewicht des