Druckschrift 
1 (1882) 1576 - 1582
Entstehung
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die in Kurzem zur systematischen Opposition und zum engern An-schluss an das Ausland führen sollte.

Friedrich war eine tief religiöse Natur, aber kein Politiker.Kundige Zeitgenossen der verschiedensten Richtungen stimmen indiesem Urteil überein, das durch seine eignen Worte und Tatenbestätigt wird. Ein landesherrliches Selbstgefühl fehlte ihm keineswegsund fand in seinem Verhalten gegen die Landstände und Untertanenwie gegen die Reichsgewalten kräftigen Ausdruck; dabei zeigte erhie und da, wie manche seiner besseren Standesgenossen, sogarschwache patriotische Anwandlungen. Aber diese weltlichen Ge-sichtspunkte blieben den religiösen stets untergeordnet; der Gedanke,dass die von Gott gesetzte Obrigkeit vor Allem zur Pflanzung desgöttlichen Worts und Abschaffung der Abgötterei verpflichtet sei,durchdrang und beherrschte ihn völlig. In besonders gehobenenAugenblicken fühlte er sich dann als ein auserwähltes WerkzeugGottes, als unmittelbar vom heiligen Geist gestärkt und geleitet.Und wiederholt spricht er die freudige Bereitwilligkeit aus, wennGott ihnzu solchen Ehren gebrauchen" wolle, für seinen Namenin Not und Tod zu gehen.

Dieser Energie des religiösen Bewusstseins entsprach seinlandesherrliches Vorgehen gegen Katholizismus und Luthertum voll-kommen. Dagegen beobachtete Friedrich in den Fragen der Reichs-politik, die das Religiöse nicht berührten, und namentlich gegenüberausländischen Verwicklungen grosse Vorsicht und Zurückhaltung.Wenn die Katholischen schon in seinen ersten Regierungsjahrenvon bedenklichen Beziehungen zu England und Frankreich sprachenoder Pfalz mit den Händeln der Ernestiner und dem nordischenKrieg in Verbindung bringen wollten, wenn Pfalzgraf Wolfgangbehauptete, die Heidelberger hätten die römische Krone dem HausValois zugedacht, so sind diese Anklagen, was Friedrichs Personbetrifft, unbegründet. Allerdings unterhielt er freundliche Bezieh-ungen nicht nur zu Elisabeth von England, sondern auch zu derkatholischen Regierung des mächtigen Nachbarstaats Frankreich.Welcher Reichsfürst konnte sich überhaupt der Forderung ganzentschlagen, in dem grossen europäischen Gegensatz zwischen Spanienund Frankreich Partei zu ergreifen! Für den eifrigen Protestan-tismus Friedrichs gab es hier eigentlich keine Wahl; dass ihm diegefährliche Nähe der französischen Grenze nicht massgebend war,hat sich später zur Genüge herausgestellt. Aber in den erstenJahren der hugenottischen Unruhen vermied er es trotz seiner reli-giösen Sympathien die französischen Reformirten offen und ener-gisch zu unterstützeu. Dass er mit ein paar befreundeten Fürsten