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Daniel, eine Deutschordensdichtung
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hüte iveiden mines gebetis vlute vor dich 6376, sich wil ouchabeschelen nu des capitels ende 8172.

Ganz vereinzelt nutzt der Dichter bildliche Wen-dungen der Volkssprache: ir mich zihet uf den tantz 626,den vuchszagel ivirt er riten mit deme vridesamen vursten7066; umso geläufiger ist ihm der ganze bildliche Apparatder geistlichen Sprache. Ich weise hier nur auf einigeBilder und Vorstellungen hin, die schon in die Welt derMystik gehören. Die Seele erscheint wiederholt als dieBraut Jesu 545 ff. 3224, oder auch als seine Schwester3223. Der Lohn der Frommen ist die Auffahrt zumzehnten Chore 5544 f., Jesus heißt wiederholt al derwerlde trost 2299. 5033.

Wenn auch manches von den bildlichen Wendungen undVergleichen mehr in unserm Sinn poetisches Ingrediens istund vom Dichter nicht bewußt als Mittel künstlerischerGestaltung herangezogen wurde, so ist doch im ganzeneine poetische Tendenz, die auf einen bestimmtenStil aus ist, nicht zu verkennen. Aber sie beherrschtnicht, Seite für Seite klar hervortretend, gleichmäßigden ganzen Text, sondern bricht mehr stoßweise hervor.Man gewinnt den Eindruck, als hätte der poetische Stildes Werkes für den Dichter nur sekundäre Bedeutung;er stellt ihn durchaus nicht so in den Vordergrund wieTilo von Culm oder Claus Cranc in dem Reimprologseiner Prophetenübersetzung.

Anhaltender dagegen ist sein Interesse und seineBemühungen nach einer andern Richtung hin, die seinerdoch im ganzen nüchternen Art mehr entspricht. Er legtWert auf eine technisch befriedigende Gestaltung seinesWerkes. Um eine vernünftige Verbindung und Gliede-rung des Inhalts ist es ihm in erster Linie zu tun. DieDisposition des Werkes ist straff und nur zu loben: einemäßig lange Vor- und Nachrede und dazwischen vierzehnKapitel, deren jedes eine in sich abgeschlossene Glossehat oder nach anfänglichem Überschlag gewiß haben sollte.Aber der Überblick über das Ganze, ein von vornherein