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Daniel, eine Deutschordensdichtung
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Kapitel IV.

Syntax.

Der Dichter war sich seiner geringen Fähigkeit zudeutschem Ausdruck wohl bewußt (daz ir sullet gar ver-tragen mir ob ich ... daz dutscli nicht rechte spreche 55 ff.).Wirklich ist seine Sprache, zumal am Anfang, schwerund ungelenk und zeigt die Form, die man bei einemGeistlichen höheren Alters erwartet. Neben deutlichenEinflüssen der Predigtsprache fallen vor allem die reich-lichen Latinismen auf. Doch muß hervorgehoben werden,daß die undeutsche Ausdrucksweise nur verhältnismäßigselten durch zu engen Anschluß an die lateinische Vor-lage hervorgerufen ist. Im ganzen braucht es solchenAnstoß nicht; vielmehr steht die Schreibweise des Dich-ters gelegentlich geradezu unter lateinischem Sprach-gefühl. Daneben überraschen gewisse archaische Züge,die freilich z. T. aus dem Zwang des Verses und seinermetrischen Form herzuleiten sind, namentlich soweit essich um auffällige Wortauslassungen handelt. Die Ge-währ, daß hier keine Fehler vorliegen, gibt wieder dieSilbenzahl.

§ 1. Artikel.

1. Der bestimmte Artikel fehlt in weiter Ausdeh-nung. Der Gebrauch des Dichters hat in dieser Bezie-hung etwas stark Altertümliches. Eine gewisse Regel-mäßigkeit zeigt das Fehlen des Artikels in folgendenFällen:

a. vor dem Subst., das durch einen Relativsatz be-stimmt ist (also wie im epischen Stil), ohne Unterschieddes Casus, z. B. ioeme wirt nn gegeben schätz den du gesamnet hast491C, den vremden gibt er ez nicht, sundir volke daz en gicht wesen rieh851, du hast nu irlost ... dine die da waren cranc 4381, mache unskunt, kunic ho, gesichte daz dir irschein 618, vgl. 343. 463. 4507.6149. 6516 und sonst oft. Gelegentlich auch vor andern als Relativ-sätzen : gliche zen uzsetzigen (den bekannten), wie die quamen hin voren 3175, daz ir verstet uzlegunge, wie die get 333.