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Daniel, eine Deutschordensdichtung
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kleinen Teil unsrer Handschriften findet ! ), verbinden denDaniel keine direkten Beziehungen. Der Verfasser dieserFortsetzung, der offenbar ein Fahrender war, entferntsich völlig vom Bibeltext und gibt den Stoff in der-selben Gestalt, die er bei Jansen Enikel hat 2 ).

Zu fragen ist schließlich, ob der Minorit Claus Cranc,der wenige Jahrzehnte nach dem Daniel die Propheten,darunter also auch den Daniel, in Prosa übersetzte, unserGedicht gekannt hat 8 ). Es fehlt nicht an wörtlichenÜbereinstimmungen, wie das von vornherein zu erwartenist, da Claus Crancs Prosa sich in sklavisch engem An-schluß an Hieronymus hält und auch die Verse unseresDichters oft nur einfache wortgetreue Übersetzung sind.Die auffälligsten Stellen sind folgende: Kap. 13,13: eamusdomum, quia hora prandii est; Dan. 7481: geivir heiml ezist nu zit ezzens; Claus Cranc: gee ivir heym ! iz ist ezzenszit. Kap. 13, 22: si enim hoc egero, mors mihi est;Dan. 7561: tu ich diz, claz ist min tot; Claus Cranc: wentu ich daz, das ist mir der tot. Kap. 14, 5: non videturtibi esse Bei vivens Dens? An non vides, quanta comedatet bibat quotidie? Dan. 7895: dunket dich nicht claz Sei silebende ein got vri? oder siestu nicht ivi vil sin munt allertage zil izzet, trinket hie gevach? Claus Cranc: dunket dichnicht daz bei ein lebender got si ? adir siestu nicht wi vil ervrizzet und trinket alle tage ? Kap. 14, 31: et dabantureis (sc. leonibus) duo corpora quotidie et duue oves; Dan. 8089:tegelichen man en gab zwene corpir und zwei schab; ClausCranc: unde den gab man alle tage zwene corpir und zweyschof. Eine Abhängigkeit ist unter diesen Umständen

1) Es ist dieselbe Fortsetzung, die in eine breite Darstellungvon Alexanders wunderbaren Erlebnissen ausläuft. Zacher skizziertZfdPh. 10,105 ihren Inhalt und führt p. 107 f. die betreffenden Hss.an. Vgl. Vilmar, Die zwei Redaktionen . . . der Weltchronik desßud. v. Ems, p. 36.

2) Ich habe die Heidelberger Hs. cod. pal. 146 benutzt.

3) Crancs Prophetenübersetzung steht in der Hs. fol. A 191 desKöniglichen Staatsarchivs zu Königsberg; vgl. Steffenhagen, Zs. 13,535.