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Daniel, eine Deutschordensdichtung
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kalyptischen Visionen. Sein Werk zeigt gelegentlicheBerührungen mit unserem Daniel. Nachdem König Na-buehodonosor befohlen hat, daß jedermann die von ihmerrichtete Säule anbeten solle (Anfang von Kap. 3), fährtdie Erzählung fort:

H. v. München (p. 344 f.)daz volk do nicht eriliez,ez tet als in der chunig gepot.wan si vorchtcn all den tot,daz si der chunig verprant.da von cliamen si zehantfür die säul mit grozzem schalund paten si an über aldann alain, als ich las,Ananias und Azarias,Daniel und Misahel:die wolten wider ir seidie sdul an peten nicht,diez gepot daucht si enwicht,da von si ez nicht taten,nu wurden sie veratendem chunig an der stund.

Dan. 1214 ff.secht, do gienc ez an den valniderwert zu der erden,ieclich man was oegerdenirvullen des kunges wort,e er wurde da irmortodir lide keine not.also vluhen sie den tot.doch hatten sich invegendri gar erliche degendes todes, ivand sie woldennicht betten, als sie solden,die sule an ; sundir Goterten sie, und des gebotvon en wort gehalden da.besait wurden sie darnakein dem kunge umme daz . ..

In der Vulgata entspricht diesem Stück Dan. 3,7f.: ca-äentes omnes populi, tribus et linguae adoraverunt statuamauream, quam constituerat Nabuchodonosor rex. Statimque inipso tempore accedentes viri Chaldaei aecusaverunt Judaeosdixeruntque Nabuchodonosor regi ... Es ist deutlich, daßbeide Berichte gegen die Vulgata zusammengehen. Auchdie Stelle Dan. 655 ff. zeigt ähnliche Abweichungen vonder Vulgata wie H. v. München. Aber diese Berüh-rungen erklären sich zweifellos nicht dadurch, daßder Danieldichter H. v. München gekannt und benutzthat, sondern dadurch, daß ihre Quellen sich stellen-weise berührten. Es ist ja schon nachgewiesen worden(p. 92 ff.), daß die biblische Quelle des Danieldichters na-mentlich im dritten Kapitel nicht durchweg den reinenVulgatatext repräsentierte. Auch mit einer zweitenFortsetzung der Weltchronik, die sich nur in einem