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Daniel, eine Deutschordensdichtung
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ist die Brücke zur Apok. geschlagen; sie wird noch ge-stützt dadurch, daß der Dichter die Antichristvisionennicht selbst glossiert, sondern statt dessen an allen Stellenauf Hesler verweist, als empfände er selbst den engenZusammenhang zwischen beiden Dichtungen. Ich willnicht soweit gehen zu behaupten, daß der Dichter durchdie Apok. zu seinem "Werk angeregt worden sei, dieAnregung ging offenbar von Luder v. Braunschweig aus,der wohl um des starken historischen Gehaltes willeneine Yerdeutschung des Daniel wünschte (vgl. p. 86).Sicher scheint mir jedenfalls, daß die Gestaltung, die derStoff wirklich in den Händen des Dichters gefunden hat,in die nächste Verbindung mit Heslers Apokalypse zubringen ist.

4) Passional.Beziehungen zum Pass. sind für einen geistlichenPoeten des 14. Jh.s fast selbstverständlich; sie lassen sichauch beim Danieldichter deutlich nachweisen. Der Danielteilt zwei größere Partien dem Inhalt nach mit demPass., nämlich die Kreuzholzlegende (Dan. 3919ff., Pass.K. p. 265 ff.) und die Erzählung von Christi Leiden undSterben (Dan. 4132 ff. 5236 ff., Pass. H. 56,20 ff.). Währendsich für das erste Stück keine sprachlichen Berührungenfeststellen lassen, stimmen beim zweiten fünf Verse desDaniel mit dem Pass. überein, alle nicht übermäßig cha-rakteristisch, aber dadurch beweisend, daß sie sich aufverhältnismäßig engem Baum zusammendrängen:

P.H. 56,85 D. 5220

manicli mensche sin genoz des manche sele sint genos

57,56 4137

die toden den er leben gab tote, den er leben gab

65,15 5243

des sine viende nicht verdroz des die Juden nicht verdroz

65,44 5248

manige blutvare bach manche blutvare bach

78,74 5262

eine glevenie bitter ein glavenie bitter