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bringt, nehmen sie im Daniel unverhältnismäßig an Längezu. Abschnitt I (5123—42) übersetzt nur die Quelle:in tertia orabant, quia tunc eis datus est decalogus in Sina.In eadem orat ecdesia, quia tunc est datus spiritus sanctussuper apostolos. Abschnitt II (5143—82) beruht auf derdürren Angabe: in sexta orabant, quia tunc erectus est serpensaeneus in deserto. In eadem orat ecclesia, quia tunc est Chri-stus suspensus in ligno. Der zweite Teil ruft das Inter-esse des Priesters wach, und die Erweiterung geschiehtin der Weise, daß er die Parallelen, die die Gegenüber-stellung der Quelle latent enthielt, ans Licht zog undentwickelte. Abschnitt III (5183—5307) heißt: In nonaorabant, quia tunc dedit petra aquam in Cades. In eademorat ecclesia, quia tunc de Christo lanceato exivit sanguiset aqua. Aus dem kurzen zweiten Satze macht derDichter aus demselben Grund und nach demselben Prinzipwie vorher eine lange predigthafte Darstellung 1 ). — Inder Komposition dieses letzten Abschnittes begegnet einebemerkenswerte Eigentümlichkeit: die Verse 5216—26bringen dieselben Gedanken völlig abgeschlossen, die un-mittelbar danach 5227—5307 mit Einzelheiten und Ver-breiterungen ausgeführt werden. Es wird also dem zuErzählenden sozusagen eine Inhaltsangabe vorausge-schickt. Das erinnert stark an die programmatischenAngaben am Anfang der einzelnen Glossen. Vielleichtdarf man ein Stück Kanzelpraxis darin sehen.
Die eigentliche Glosse zu Kap. 6 (Daniel in derLöwengrube) zeigt wieder die übliche allegorische Eorm(5497—5708). Sie ist ein besonders krasses Beispieldafür, mit welcher Willkür, ja Widersinnigkeit der
1) Beachtenswert ist, daß der Dichter in dieser Predigt (v. 5197 ff.)die Zahl der Jahre vom Sündenfall bis zu Christus mit 5000 angibt,v. 997 ff. dagegen mit 5199: an jener Stelle ist der Dichter selbständigund wählt die runde Zahl, an dieser ist er nach seiner eigenen An-gabe von einer Quelle abhängig und kann die genauere Zahl geben.Zu dem Schwanken zwischen beiden Daten vgl. Helm, Evang. Nie,Anm. zu 3215.