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Daniel, eine Deutschordensdichtung
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gewiß hauptsächlich deshalb, weil der Dichter ein zustarkes Anschwellen seines Werkes fürchtete. Das Pre-digthafte, das schon in den früheren Glossen erscheint,wird immer deutlicher zum Hauptzweck. Der Textvon Kap. 5 erzählt von Belsazars Festmahl, seinem Hoch-mut und Untergang, und das dient dem Dichter alsAnlaß zu einer regelrechten Predigt wider die Hoffart.Aber die Berührungen zwischen Text und Glosse werdenlässiger und seltener, die allegorische Ausdeutung vonMotiven der Geschichte wird gewaltsamer. Man fühltdeutlich heraus, wie das seelsorgerische Interesse imDichter immer mehr die Oberhand gewinnt. Der Kernder Glosse ist wieder eine Namensauslegung, 4850 heißtBaltasar einer der da cruspis har treit uf sime houbte darodir der da nicht ivirt sat scliatsis (vgl. Hieron., Patr.23,879 capittus capitis). Diese Übersetzung führt zueinem Dilemma: der Text verlangt eine Predigt gegendie Hoffart, der Name eine gegen den Reichtum. Wiederzeigt sich die ganz geschickte Art des Dichters einenZwiespalt zu verdecken und Verbindung herzustellen.Die Namensübersetzung steht nicht am Anfang, wie essonst durchaus die Regel ist; man hätte da den Wider-spruch zu bloß gesehen. Vielmehr beschäftigt sich dererste Teil nur mit der Hoffart (47724844); erst dannkommt die Namen sausiegung und verschiebt das Ziel-objekt der Predigt. Sie gilt nicht mehr dem Hoffärtigen,sondern dem hoffärtigen Reichen. Dadurch kommt zwaretwas Schwankendes, Zielunsicheres in den folgendenTeil, aber die Kluft ist überbrückt.

Glosse zu Kap. 6. Dies Kapitel ist das einzige,das unterbrochen wird, um einen Exkurs aufzunehmen(51235310). Er handelt von den drei Betzeiten derJuden und den entsprechenden horae canonicae derChristenheit und beruht auf der Hist. schol. (Patr. 198,1458B. C). Während aber die Historia für Tercie, Sexte undNone gleich lange oder vielmehr gleich kurze Angaben