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Daniel, eine Deutschordensdichtung
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so wird Teil III, das Citat, kurz abgemacht (9 Verse)und ebenso umgekehrt.

Der Zwang der Nachbarschaft ist auch hier evidentfestzustellen. Der zehnte Abschnitt der Tugendglosseschließt mit einer Anrufung Gottes (2178), nur weil dasReimpaar vervollständigt werden mußte. Gleichwohl istdie Folge, daß nun alle folgenden Abschnitte ebenfallsmit einer solchen Anrufung schließen. In dem Abschnittrose werden die einzelnen Farben symbolisch ausgelegt(1992ff.), folglich auch in dem nächsten (2060ff.). Indem Abschnitt lilie werden konkrete Beispiele von Hei-ligen oder Märtyrern angeführt (2070 ff.), folglich auchim nächsten (2170) und übernächsten (2198). Das gehtbis zu solchen Äußerlichkeiten wie der gleichen Verszahlfür entsprechende Teile; denn es ist kaum ein Zufall,wenn in den 6 ersten Abschnitten der Antithese Teil Ije 5 Verse zählt (2578 ff.). Im ganzen wie im einzelnenzeigt die Glosse, wie starken Wert der Dichter auf dasäußere Gefüge legt.

Glosse zu Kap. 4 (38074492). Der Text er-zählt, wie Nabuch. im Traum einen gewaltigen Baumsieht, der auf Befehl eines Engels gefällt wird; nur derWurzelstock bleibt in der Erde. Weiter, wie sich dieVision an Nabuch. erfüllt, der von seinem Reich ver-stoßen wird, Heu mit den Tieren fressen muß, aber dar-nach wieder erhöht wird. Dazu gibt der Dichter zu-nächst eine rationalistische Glosse (38093908),für die er sich auf den meister Epiphanias beruft: Na-buch. wurde nicht in einen Ochsen verwandelt, sondernglaubte im Wahnsinn ein Ochse zu sein. Er verdanktsie mitsamt demEpiphanius derHist. schol. (Patr. 193,1452),und zwar übersetzt er im ganzen einfach die Quelle.Aber diese Glosse tut der Dichter kurz ab; sie ist ihmnur eine Anmerkung, eine bescheidenlieit (3807).

Die eigentliche Glosse (3911 ff.) ist wiederallegorisch und behandelt nur einen kurzen Aus-