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Daniel, eine Deutschordensdichtung
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drei, wo ihm größere Eindringlichkeit not scheint. Dazukommt gegen, den Schluß der Tugendglosse die Tendenz,jeden Abschnitt mit einer Anrufung Gottes zu beschließen.Daß aber auch dem Dichter die Grundlage des Schemasdurchaus lebendig war, spürt man in einigen Fällen, wodas darüberhinaus Hinzugefügte eine besondere Einführungerhält, die in dem ersten Beispiel wie eine halbe Ent-schuldigung klingt: horchet mir ein wintzic vort . . 1814,beioerung ich nie suche 2251, me merke tcaz en icider gegebenwerde . . 2491.

Innerhalb des Schemas herrscht große Verschieden-artigkeit. Die botanische Beschreibung der Pflanze(Teil I) durchläuft alle Stadien von der knappsten An-gabe der wesentlichen Züge bis zur umständlichen Ent-wicklung ihrer Art und Verwendung. Dasselbe gilt fürTeil II, der namentlich in der Antithese auch künstle-risch sehr ungleichwertig ist, bald langweiliger allgemeingehaltener Tadel, aber auch zuweilen größere Lebhaftig-keit, wenn sich der Dichter gegen eine bestimmte Men-schengruppe wendet und handgreifliche Anschuldigungenvorbringt. Auch Teil III enthält nicht immer einenbloßen Bibelspruch, sondern ersetzt ihn manchmal durchErzählung einer biblischen Geschichte, die besser als einCitat zur Illustration geeignet war.

Bemerkenswert ist in der Tugendglosse die steigendeLänge der einzelnen Abschnitte (17, 29, 36, 53, 38, 36,55, 52, 76, 86, 50, 77, 93, 70, 78 Verse), die in der Anti-these nur zu Anfang auftritt (27, 34, 42, 40, 48, 58, 50,42, 46, 46, 50, 88, 60, 52, 46 Verse). Sind schon in derersten Reihe trotz des Zuwachses im ganzen benachbarteStücke nicht übermäßig an Länge unterschieden, so wirdin der zweiten die Tendenz ganz deutlich, den einzelnen Ab-schnitten gleiches Maß zu geben. Darin liegt eine ge-wisse künstlerische Ökonomie, die natürlich auf die Stoff-gestaltung zurückwirkt: ist in einem Abschnitt Teil IIverhältnismäßig lang geworden (z.B. dorn 3014ff. 33 Verse),