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Daniel, eine Deutschordensdichtung
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Diese Reihenfolge ist zweifellos nicht durch irgend eineQuelle, sondern durch den Reim bestimmt. Gleichwohlfolgt der Dichter ihr nachher in der Abhandlung dereinzelnen Pflanzen.

Die Tugendglosse und ihre Antithese sind in for-maler Beziehung sehr interessant und charakteristischfür den Dichter. Jedem der 15 Abschnitte der Tugend-glosse liegt dasselbe dreiteilige Schema zu Grunde. Teil Ibeschreibt die botanischen Bedingungen der Pflanze.Teil II bringt die allegorische Ausdeutung auf den Men-schen. Teil III besteht aus einem auf diesen Menschenbezüglichen Bibelcitat. Dies Schema ist gewiß das Höchste,was die Quelle hergegeben hat. Je nach der Verbin-dung, in der die einzelnen Teile zu einander stehen, kannman 3 Typen dieses Schemas unterscheiden, die natürlichnicht immer reinlich auseinander zu halten sind. Dererste stellt die Beschreibung der Pflanze und die allego-rische Auslegung auf den Menschen einfach neben ein-ander, ohne daß die Gleichsetzung begründet wird (blu-melin 1693 ff., vidi 1711 ff., lilie 2013 ff). Der zweitegreift nur ein besonderes Moment aus dem Leben derPflanze heraus und deutet es als tertium comparationissymbolisch auf den Menschen (z.B. cle 1741 ff., gras 1777ff.,nezslen 1869 ff.). Der dritte setzt die Entwicklung oderBeschaffenheit der Pflanze Zug für Zug in Parallele mitdem Werden und Wesen des tugendhaften Menschen(z.B. siehe 1905ff., gerste 2307ff.). Nicht minder deut-lich geht in der Antithese ein vierteiliges Schema durch:Teil I beklagt die von ihren Vorzügen verlassene Pflanze,Teil II überträgt das auf den Menschen, Teil III tadelt,bedroht oder beklagt das Treiben des Sündhaften durcheinen Bibelspruch, Teil IV ruft zur Buße. Nur demersten Abschnitt (nach v. 2604) fehlt dieser letzte Teil.

Erweiterungen dieses Schemas scheut der Dichternicht. In der Tugendglosse knüpft er gelegentlich Ge-bete und Ermahnungen an, in der Antithese erhöht erdie Zahl der strafedrohenden Bibelcitate auf zwei oder