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anfange 1645—55 und 911—21, wo nicht nur die gleichenGedanken in gleicher Folge sich ablösen, sondern teilweisesogar dieselben Worte gebraucht werden; vgl. ich bituch nu gedenken vil icol des troumes lenken 919 f. und ge-denket der stillen dar, des bit ich uch 1654 f.
Der Hauptbestandteil der Glosse aber ist eine breitangelegte, sehr umfangreiche Blumen-und Pflanzen-allegorie (1693—3306). Obwohl sie sich dem Rahmender Glosse eingliedert und sich ihr unterordnet, war siedoch für den Dichter offenbar das wesentliche. Es er-scheinen folgende Pflanzen und Deutungen: blumelin (Ver-gißmeinnicht) = reine cristen: viel = alle Keuschen, diezur Marter bereit sind; de = prediger, lerer unde bichtiger ;gras = bulute; ivurtse = begeben volc; nezslen = richtere;siehe = Reiche, die freiwillig arm werden; rasen = allevroiven elich, ivitiven, die Jeuscheit machen sigehaft; lylien =reine junevrowen; olbonm = Menschen, die sich der Armenund Kranken annehmen; dorn = inerterere ; weiee = reinepriestre ; gerste = die Büßenden; liabre = die Weltflüch-tigen, Gottgefälligen im allgemeinen; körn = Menschen,die die Hungrigen speisen. Davon sind Rose und Lilieauch in der Allegorie wieder nach Farben geschieden 1 ).
Der Gedanke den einzelnen Menschen oder auch eineGemeinschaft mit einer Wiese oder einem Garten zuvergleichen, in dem die Tugenden Blumen gleich ge-deihen, begegnet in der lateinischen und deutschen Litte-ratur des Mittelalters öfter 2 ). Es wird nicht nur ganz all-
1) Für einzelne dieser Deutungen, namentlich die der Rose undLilie, fehlt es nicht an Parallelen (vgl. Wackernagel, Kl. Sehr. 1,208.211). Doch habe ich vergeblich versucht, die Pflanzenreihe als ganzesan bekannte Allegorieen anzuknüpfen. Sie hat weder mit der derHätzlerin in ihrer kürzeren (ed. Haltaus p. 171) oder längeren Gestalt(vgl. Geuther, Studien zum Liederbuch der H., p. Ulf.), noch mit derin den altd. Wald. 1, 144 ff. veröffentlichten etwas zu tun, ebensowenigmit dem ndrhein. Gedicht, auf das Roethe (Festschr. für den hansi-schen Geschichtsverein, Güttingen 1900, p. 165) hingewiesen hat.
2) Rabanus, De univ. lib. XIX (Patr. 111, 529) pratum mysticeintelligi polest saneta ecclesia vel scriptum sacra, in quibus flores di-