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Daniel, eine Deutschordensdichtung
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Angaben, die der Dichter seiner Quelle entnimmt, sindmit Bibelcitaten umkleidet, die hier wie in anderenGlossen in auffallender Fülle verwendet sind ] ). DerAuslegung des Traumes, der die Zertrümmerung der Ge-walt des Teufels bedeutet, geht ein einleitender Ab-schnitt voraus (93173), der eine sophistische Überle-gung des Teufels enthält, ob ihm der Mensch ewig ver-fallen sei; denn er habe Gottes Gebot gebrochen, undGottes Strafe sei gerecht und sein "Wort wahrhaftig.Wenn hierfür überhaupt eine litterarische Quelle nötigist, so ist es schwerlich dieselbe gewesen, die die Traum-deutung lieferte. Denn es ist ein scholastischer Gedanke,der in einen ganz anderen Zusammenhang gehört, dereinen Ausschnitt aus der Frage des Sündenfalls und derErrettung aus dem Sündenfall darstellt; und in diesemZusammenhang erscheint der Gedanke auch bei Hesler(Apoc. 17564 ff.), an einer Stelle übrigens, die der Daniel-dichter nachweislich gekannt hat (vgl. p. 146). DieVerbindung der beiden heterogenen Bestandteile derGlosse kommt also jedenfalls auf die Rechnung des Dich-ters; und man muß gestehn, daß sie mit Geschick voll-zogen ist: der Dichter geht aus von der Xamensauslegung(931 ff.); wie Nabuch. auf dem Bette liegend dasSchicksal seines Reiches überdenkt und durch einenTraum Auskunft erhält, so verkündet auch dem Teufeldie Vision der Säule den Untergang seines Reiches, alser über seine Weltherrschaft nachsinnt. Wie hier wird

Vgl. auch Nie. v. Lyra (zu Dan. 2): prima visio est de lapide dbscisosine manibus statuam (/rundem, conterente. In qua figurata estCristi coneepeio dyabolum conterentis

1) Unter den Citaten sind mehrere falsch: die Stelle 2271 f.steht Thren. 4, 7, nicht bei Hesekiel; 3405 tf. steht Jac. 1,12, nicht beiSalomon; 4093ff. steht Eclus. 17, 3 f., nicht bei David; 5144ff. stehtNum. 21, nicht Exodus. Diese Irrtümer scheinen dafür zu sprechen,daß der Dichter in der Heranziehung der Citate, wenn auch sicher-lich nicht durchgehends, doch bis zu einem gewissen Grade selb-ständig ist.