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Daniel, eine Deutschordensdichtung
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folgen lassen (506, 523 f., 54053). Aber diese Abwei-chungen bergen ein neues Gesetz, das ich nicht besserzu nennen weiß als 'Zwang der Nachbarschaft'. Der Ab-schnitt 2 schlösse ebenso wie der erste mit dem Citat(505). wenn nicht das Reimpaar durch Hinzufügung einesVerses gefüllt werden müßte. Und nur dieser Zwang-vers hat zur Folge, daß auch in den folgenden Abschnittendem Citat ein paar Verse angeschlossen sind. Ein ähn-licher Einfluß der Nachbarschaft ist später noch sinn-fälliger nachzuweisen.

Glosse zu Kap. 2 (9111164). Der Text erzählt,wie Nabuch. im Traum die Bildsäule auf tönernen Füßensah, die von einem aus dem Gebirge sich lösenden Steinezerschlagen wurde; wie die Weisen des Königs sich ver-geblich um das Gesicht mühten, bis Daniel den Traumund seine Deutung fand. Dazu gibt der Dichter zunächsteine breit ausgeführte allegorische Glosse (9311116). Er glossiert diesmal nicht das ganze Kapitel, son-dern nur den Traum, vgl. 919 ff. ich bit uch nu gedenkenvil ivol des t ronnies lenket/ vorne an bis zu ende, womit erin seiner Weise das Programm der Glosse bezeichnet.Ihr Kern sind folgende Deutungen: die Säule ist die Ge-walt des Teufels, der Berg Maria, und der herabrollendeStein Christus, dessen Glauben die Welt erfüllen wird.Ob er diese Auslegung im Zusammenhang einer Vorlageverdankt, weiß ich nicht. Die Stellen Apoc. 1S436 ff. und20835 ff., wo dieselben Gedanken erörtert werden, gebennicht genug. Die einzelnen Teile seiner Deutung sindder Patristik ganz geläufig 1 ). Die vermutlich dürftigen

1) Hieron. (Patr. 25, 527): abscissus est lapis, dominus atque sal-vator, sine manibus, id est absque coitu et liumano semine, de uterovirginali, et contritis omnibus regnis- factus est mons magnus et im-plevit universam terram. Rupertus Abb. Tuitiensis (Patr. 108, 311):Mons primus et maximus omnium montium .. beata est virgo Maria ..secundum visionem propheticam qua visum est quod abscissus essetlapis de monte sine manibus et comminueret omne regnum mundi.