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holungen hervorgerufen, und er hat gewiß zu besserngeglaubt, wenn er stellenweise kürzte und zusammenzog,soweit eben auch hier das Pflichtgefühl gegenüber demWortlaut nicht hindernd dazwischen trat.
Das Grundelement hebräischer Poesie ist der 'par-allelismus membrorum', der denselben Gedanken in ähn-licher, erweiterter oder antithetischer Form wiederholtzum Ausdruck bringt. Im Daniel erscheint er in weiterAusdehnung in den Gebeten und Gesängen, die völligpoetischen Charakter tragen, aber er dringt auch sonstin Stellen ein, die irgendwie herausgehoben werden sollen,in die Weissagungen und Reden. Bis in die einfache Er-zählung hinein macht er sich deutlich geltend. DerDanieldichter verfährt dem Parallelismus gegenüber nichtkonsequent. Wo er klar erkennbar war, läßt der Dichterunbedenklich aus, z. B.
1347 gesundet han xoir Icein dir Dan. 3,29 peccavimus enim
sere. nach des herzen gir et inique egimus r eced entes a
vluhe wir dich, herre Got. te et delinquimus in Omnibus.Der Dichter hebt aus dem Spiel ähnlicher Begriffe nurdie wesentlichen einmal heraus. Dieser synonyme Par-allelismus tritt stark hervor in den Gebeten und Ge-sängen, und so erklärt es sich, warum sich der Dichtergerade in diesen Stücken am meisten vom Wortlaut derVorlage frei macht. Aber wo der Parallelismus nicht sodurchsichtig ist, sondern in verschränkter Form auftritt,verkennt der Dichter sein Wesen oft. Gelegentlich merkter auch hier, daß es sich nur um doppelte Wiedergabedesselben Gedankens handelt, und begnügt sich damit,die eine Hälfte des Ausdrucks zu übernehmen, z. B.
5376 sust hielt er der icorte doz Dan. 6, 14 et pro Daniele po-
untz hin in sunnen risten suit cor, ut liberaret eum, et us-uf Vanyelis vristen. qioe ad oc casum solis labo-
rabat, ut erueret illum.
oder in einer andern Form der Wiedergabe
755 sundir daz dir, kunic hoch, Dan. 2, 30 sed ut interpretatio
wurde leimt, uf waz sich zoeh regi manifesta fieret et co-din gedanke in der zit. gitationes mentis tuae scires.