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Daniel, eine Deutschordensdichtung
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Aber es bleiben Ausnahmen, wenn er einen synthe-tischen Parallelismus in dieser Weise wiedergibt. In derRegel übersetzt er, gewissenhaft am "Wort haftend, dieganze tautologische Phrase. Das geht solange an, wiedie inhaltliche Differenz der parallelen Ausdrücke großgenug ist, um für jedes Wort eine gesonderte Wieder-gabe zu ermöglichen. Aber es muß zu schlimmer Unförmig-keit führen, wenn die Glieder des Parallelismus ihremSinne nach nur um Nuancen unterschieden sind, z. B.

3703 und buze dine sunde Dan. 4,24 et peccata iua elee-

nacli gütlichem Urkunde ! mosynis redime et iniqiätates mi-

gio din almusen da vor, sericordiis pauperum.

lose dich ouch da her nor

uz diner e rg e stricke !

laz dich irbarmen dicke

den armen mit dem cranken !Das ist die übliche und noch nicht einmal die ungeschick-teste Form der Wiedergabe, wenn auch nicht immer so-viel Raum gebraucht wird. Die synthetische Gliederung,die den poetischen Reiz des Ausdrucks ausmacht, mußder Dichter natürlich fast immer notgedrungeu aufgeben,und so wird bei ihm eine Kette langweiliger Wiederho-lungen aus dem Gedankenreim.

Soweit jedenfalls innerhalb der Parallelismen Aus-lassungen begegnen, ist der Grund immer die Tendenz,inhaltlich belanglose Wiederholungen zu vermeiden. Auchsonst gaben gewisse stilistische Eigenheiten des Danielreichliche Gelegenheit, diese Tendenz zu bewähren. Amauffälligsten tritt die eigentümliche Breite des Bibeltextesin Erscheinung in den wortgetreuen Wiederholungenganzer Verse und Abschnitte. Wenn etwa dem Nebukad-nezar in einer Vision seine Verwandlung angekündigtwird, so wird nachher die Erfüllung der Vision in der-selben Breite und in demselben Wortlaut erzählt. Insolchen Fällen folgt der Daniel der Vulgata nicht. Des-halb fehlt Kap. 3, 10. 11 nach 1229; 4,17. 18 nach3667; 4,20 nach 3677, ebenso fast ganz 3,3 nach1192. Auch 3,31 nach 1351 und 3,42 nach 1426 sind