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wörtlichen Anschluß an die Vorlage zu Latinismen oderSinnwidrigkeiten verleiten läßt. Wenn er etwa 1542 denrhetorischen Fragesatz nonne treu viros misimus in mediumignis wiedergibt: lieze wir dri man her in setzen gevangenJuden'} oder wenn er 5418 ein eingeschobenes putasnehöchst unbeholfen zum Hauptverb macht. Ahnliches be-gegnet 6716 ff. und 6861 ff. Freilich kommen weit mehrStellen vor, an denen man das Lateinische zum Verständ-nis kaum entbehren kann, aber das liegt dann nicht ander sklavischen Abhängigkeit des Deutschen, sondern ander Gedrungenheit und Verschnörkelung, die der Aus-druck an gewissen Stellen zeigt. Jedenfalls ist das kon-servative Festhalten am Wortlaut, zumal bis zu solchenGenauigkeiten, wie sie oben angeführt wurden, keines-wegs ein durchgehendes Prinzip. Die Schwierigkeit undDunkelheit des zu Übersetzenden, exegetische Zwecke,die Absicht syntaktische Verschränktheit der Vorlage zumeiden, bisweilen aber auch die bloße Reimbequemlichkeitkönnen ein völliges Abweichen vom Text dem Ausdrucknach zur Folge haben.
2) Kürzungen und Auslassungen.
Wo der Dichter kürzt oder ausläßt, liegt die Ver-anlassung größtenteils in den Stileigentümlichkeiten derVorlage. Der Daniel ist im Hebräischen zwar nicht imeigentlichen Sinne ein poetisches Denkmal, aber seineSprache ist reich an poetischen Elementen, und diesekonnten auch in der wortgetreuen Übertragung des Hie-ronymus nicht verloren gehen. Diese Kunstformen hatder Dichter natürlich nicht erkannt, und selbst wenn ersie erkannt hätte, wären seine Keimpaare das schlechtesteMedium zu ihrer Wiedergabe gewesen. Er sieht überallin seiner Vorlage nur glatte Prosa und hält das für ver-besserungsbedürftige Schwächen, was in Wirklichkeit zuihren eigentümlichen Stärken gehört. Die Breite des La-teinischen, die fast nur auf der Einwirkung des poeti-schen Stils beruht, schien ihm durch entbehrliche Wieder-