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Daniel, eine Deutschordensdichtung
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Fertigkeit an den Text herantritt, sondern ein Anfänger,der im Lauf der Arbeit an der Arbeit lernt. Hierausmüßte man, auch wenn es der Dichter nicht ausdrücklichbestätigte {wand ich bi ininen jaren nie dutsche buch ge-machet habe 60 f.) den Schluß ziehen können, daß der Danielein Erstlingswerk ist. Mit denkbar größter Umständ-lichkeit setzt der Dichter ein, in der unverkennbaren Ab-sicht, kein Wort der heiligen Schrift verloren gehen zulassen. Man vergleiche nur den Anfang des ersten Ka-pitels mit der Vorlage:105 Ez geschach in den ziten Dan. 1, 1 Anno tertio regni Joa-

do J oachym vil leiten kirn reyis Juda venu Nabuchodo-

herschte in Judeen lant, nosor rex Babylonis in Jerusalem

ir kunic was er genant, et obsedit eam.

des dritten jaris gewalt

als man im hatte gezalt

daz er in daz riche quam

und entpfienc kunglichen nam,

J erusalem belegen

wart mit vil manchem degen

des kunges von Babylon.

sin name hatte den don:

er Nabuchodonosor.

Man sieht, für jedes lateinische Wort braucht derDichter einen, wenn nicht gar zwei Verse; und doch, wagt esseine Gewissenhaftigkeit nicht, irgend eins auszulassen.Aber es dauert nur wenige Verse, bis er erkennt, daßsein Werk auf diese Weise unendlich lang und breitwerden müßte, und so gibt er die Utopie absoluter Wort-treue auf. Zudem steigt seine Geschicklichkeit, er lerntdie lateinischen Worte in ihrem Sinnzusammenliangewiederzugeben, statt sie zu isolieren und vokabelmäßigzu verdeutschen. Eine ähnliche Stelle wie die obenge-nannte wird also in einem späteren Teil des Werkesganz anders wiedergegeben:

5711 In des ersten jaris zit Dan. 7, 1 Anno primo Balta-

do Balthasar hersclüe mit sar regis Babylonis Daniel somni-

uber Babylon daz lant um vidit.

kuniclich, do icart irkantJDanyeln ein troumelin.