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Daniel, eine Deutschordensdichtung
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schälen, in der Beschaffenheit der biblischen Quelle.Es ist bekannt, in welch heillosem Zustand der Bibeltextdes Mittelalters war, nicht zum wenigsten dadurch, daß dieVersion des Hieronymus reichlich mit Lesarten der altenItala durchsetzt wurde. Eine zweise Quelle der Ver-wirrung lag darin, daß man auch dem kanonischen Textgegenüber gewisse redaktionelle Eingriffe nicht scheute,zumal wenn es sich wie beim Daniel um solche Stückehandelte, die auch einzeln verbreitet wurden. Auchunser Daniel läßt erkennen, daß seine Quelle eine ziem-lich bunte und altertümliche Rezension des Bibeltextesdarstellte, die von der uns geläufigen Fassung z. T. nichtunerheblich abwich. Er liefert einen neuen Beleg fürdie längst beobachtete Erscheinung, 'daß die Übersetzungenin die Volkssprache, welche aus dem 14. und 15. Jh. er-halten sind, auf altertümlicheren Texten beruhen, als die inden gleichzeitigen Hss. vorkommenden sind' (Kaulen, Gesch.der Vulgata, p. 273). Zunächst läßt sich als sicher erweisen,daß die Vorlage des Dichters durch Lesarten der Italamodifiziert war und daß namentlich eine Reihe von Aus-lassungen auf diesem Wege zu erklären sind. Ich zi-tiere im folgenden die Itala nach Sabatier und einembei ihm noch nicht verwerteten Würzburger Codex').

3,48 Vulg. et erupit (sc. flammet,) Wirceb. et circumivit et in-et incendit quos reperit iuxta for- cendit quos invenit circa fornacemnacem de Chaldaeis. Chaldaeorum.

Dan. 1438 er [sc. der vlamme~] ivart alumme beizen mit brunstendes lumges man, die er bi dem oven stan vant . .

3,67 Vulg. benedicite, frigus et Sabat. benedicite, hie ms etaestus, Domino. aestus, Dominum.

Dan. 1494 w int er, sumer in bluten . .

3, 68 Vulg. benedicite, rores et fehlt bei Sabat. und im Daniel.pruinae, Domino.

1) Friedr. Munter, Fragmenta versionis antiquae antehieronymi-anae . . e codice reseripto .. Wirceburgensi. programma. Hafniae 1819.