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Daniel, eine Deutschordensdichtung
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Vorrede auf eigene Zutaten, vor allem aber, er wagt denSchritt zur Prosa, und damit ist das Ende der Entwick-lung erreicht. Jedenfalls ist festzuhalten, daß auch fürdie poetischen Bearbeitungen der Hauptzweck der derÜbersetzung bleibt, nämlich das Bibelwort in deutscherSprache zugänglich zu machen, wenn er auch nicht immerso deutlich empfunden und ausgesprochen sein mag wiein der Bearbeitung der Hester (Bartschs German. Stud.I, 247, 34 ff.). Auch der Daniel ist also ein Stück Bibel-übersetzung mit Auslegungen; die Wiedergabe der 14Kapitel des biblischen Daniel bildet den Kern desWerkes. Dieser Charakter der Dichtung weist der Un-tersuchung von selbst den richtigen Ausgangspunkt. Siewürde dem Dichter Unrecht tun, wenn sie zuerst nachdem poetischen Wert oder Unwert seines Werkes fragte;sie hat vielmehr in erster Linie zu prüfen, wie er seinerHauptaufgabe, eben der Übersetzung des Bibeltextes, ge-recht wird und wie weit er in dieser Übersetzertätigkeitseine persönliche Art zur Geltung bringt.

1) Kommentare.

Der Dichter konnte kaum vor eine schwierigere Auf-:gäbe gestellt werden als die Übersetzung des Daniel,zum Teil wegen der Dunkelheit, die weithin im In-halt des Propheten liegt, ebenso sehr aber auch wegender schweren Verständlichkeit und Unklarheit, die dielateinische Übersetzung gerade in diesem Stück nichtselten zeigt. Das hat seinen guten Grund. Der Prophetist im Urtext zum größeren Teil in aramäischer Sprachegeschrieben, und Hieronymus klagt selbst in der Vorredeseines Daniel (Patrol. 28,1358 C), wieviel Mühe und Schweißihn die Wiedergabe gekostet habe. Die vielen Eehler,Widersprüche und Zweideutigkeiten, die so in den la-teinischen Text gekommen sind, haben auch dem Daniel-dichter Not gemacht; er hat deshalb häufig die Hilfevon Kommentaren in Anspruch genommen. Doch be-schränkt sich ihre Einwirkung durchaus nicht auf solche