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u dient außer zur Bezeichnung von u und ü auch der Wieder-gabe von uo, üe und in. Doch kann der Schreiber in allen fünfFällen auch das Zeichen ue (u e ) verwenden, ue steht 1) vereinzeltfür u: becruH (= becrutet) 3000 '); 2) ebenso vereinzelt für ü: cruH1874; 3) häufiger für uo: vuete 176, ruef 517, ruHe: mu e te 4061, sienieten (praet.) 4123, stuel 4801, tru e gen (ind. praet.) 4892 2 ); 4) oftfür üe: stuende 761, huHen 1096, guete 4064 u. ö., bluete 1908 u. ö.,vuere:ruere 3131, gebluemet 3505, gruezet: gesuezet 3509, vuelen 4709,■vuegen 4770. 4891, prueven 7947. 5810, vu e zen:gruezen 6623, muete:gluete 8057, vueret 8225; 5) verhältnismäßig am häufigsten für i». Hierist ganz klar, daß t«e einen «-Laut + Nachschlagsvokal bezeichnensoll. Denn es steht meist vor r, in solchen Fällen also, wo das Nhd.den ursprünglich einfachen Vokal zur Zweigipfligkeit entwickelt hat:vueres 1210. 1314 u. ö., vuereslialben 1550, vuere (dat.) 2724. 7155,vueric 5805, stufre 2723, ungelm e re 7156, tueren 4379; vereinzelt auchsonst: guez 3258. 5000, zuech 2548, dit e < (= diutet) 4732, vluezet:ge-nuezet 5221.
In gruesam 975. 5765 und gruelicher 5758 ist ue der Ausdruckalter Zweisilbigkeit 3 ), ebenso in ru e 2462.
ci: ei steht für den neuen Diphthong, wo der Reim es verlangt(s. p. 41), sonst nur in icolfbeiz 6531. Der Schreibung ereieren1197, ■ gekreigieret 4746 steht gegenüber geTcre'lrt S320. Häufig ist eiKontraktionsprodukt aus -ege.
ai: ai oder ai/ bezeichnen den aus -age kontrahierten Laut, z. B.sayn 4776. 7405, prayn (= prangen) 4774. 7048, haynbulten 2189,sie saüen 7839, mait: imverzait 88, xgesait 1019; maif im Versinnernnur 2972, sonst meii.
ou: Der Umlaut von cw bleibt meist unbezeichnet, z. B. amstrouwe 1376, drouivende 2864, vrouwen (inf.) 4983. Der Umlaut wirddurch cij wiedergegeben im Auslaut: 7tew 3686. 3740. 3753, geu 3754,■orat 8284, regelmäßig in vreude 363. 918 u. ü., sonst nur vereinzelt:ez heuivet 825, vreuwende 2399. oy bezeichnet den Umlaut in goysin2520 und royfen 4209.
ou steht als neuer Diphthong in vertoitchit (: schouchit) 5694, vgl.p. 47.
1) Man beachte, daß hier wie in sie vueten (praet.) 4123 undduH (= diutet) 4732 eine durch Ekthlipsis verkürzte Form vorliegt.
2) er tuet 3459 und tuen 6077 sind anders zu verstehen. DasMetrum erweist die Formen als zweisilbig, -et und -en sind also durchfalsche Analogie zu erklärende Flexionsendungen.
3) In gruesam 764 und gruelich 980 verlangt sogar das Metrumnoch Zweisilbigkeit.