225durch Vorstellungen der Folgen des Guten undBösen rc. geleitet werden. Das eine hat einenzärtern Nervenbau, einen sanftern Character,eine größere Neigung zu romantischen Ideen,einen stärkern Hang zur Wohllust und über-haupt zum sinnlichen Vergnügen, als das an-dere. Und auf dies alles muß der Lehrer beijenem Unterricht achten, damit der Unterrichtnicht fruchtlos bleibe, oder gar schädlich werde.Wie kann dies aber der Lehrer in einer öffent-lichen, zahlreichen Schule?4) Schon daraus allein folgt unwidersprechlich,daß zu einer solchen Belehrung ungemein vielGeschicklichkeit erforderlich sey, und nichtnur dies, sondern auch ungemein großes Anse-hen unter den Kindern. Wenn der Lehrer ih-nen gleichgültig oder verhaßt ist; so haben sei-ne Worte kein Gewicht, und seine Unterweisun-gen sind immer in Gefahr, gemißbraucht, sei-ne Ermahnungen immer in Gefahr, verdrehtund gering geschätzt zu werden. Fehlt es ihmaber an Einsicht und feinem Gefühl, an Ernstund Würde im Ausdruck und in Geberden; soſind die Nachtheile dieſer Belehrung unvermeid-lich. Er wird dann oft sogar, ohne daß erſelbſt
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1 (1790)
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