215Fünfzehnter Brief.An Herrn Schulaufseher I **Ists doch, als wenn die Eigenheiten Ihres Cha-racters immer hervorstechen müsten! Ein ande-rer hat doch in seiner Denkungsart, so, wie inseiner Handlungsart noch wohl etwas veränderli-ches. Seine Einsichten nehmen zu, seineGrundsätze werden erschüttert, Erfahrungen ma-chen ihn behutsamer, Beispiele sind für ihn beleh-rend u. s. f., und das alles bestimmt ihn bald zudiesem, bald zum entgegengesetzten Betragen.Sie aber sind und bleiben der vorschnelle, nichtsgenau genug überlegende, für die Einfälle des ge-genwärtigen Augenblicks immer mit Leib und See-le eingenommene Mann.Es thut mir leid, mein Herr! daß ich michvon neuem so gegen Sie erklären muß. Aber esist in solchen Fällen allemal besser, reden alsschweigen. Und — wer wird Sie zwingen,meine Briefe andern mitzutheilen, und dadurchzu Jhrem eigenen, vergrößerten Verdruß mein of-fenherziges Urtheil über Sie weiter bekannt zumu-0 4
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1 (1790)
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215
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