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95Sechster Brief.***An Herrn Schullehrer 9Sie mögen wohl herzlich gute Absichten haben,lieber Freund! Aber diesmal sind denn doch IhreAbsichten sehr übel angebracht. Sie wollen demeinen oder dem andern Kinde seinen Aufenthalt inder Schule angenehm machen, und reichen ihmnach geendigten Schulſtunden gebackenes Naſch-werk hin. Wozu das? Wollen Sie ihm etwadafür lohnen, daß es von Ihnen und von seinenEltern eine Wohlthat mehr in Empfang genom-men hat? die Wohlthat, in der Schule etwaslernen zu dürfen? Und giebt es keine andere Mit-tel, ihm daselbst Vergnügen zu verschaffen?Gesetzt auch, Sie theilten dieses Naschwerkohne Unterschied aus, an die ärmern Kinder so-wohl als an die reichern werden die Kinderdadurch nicht ungesund? Werden sie nicht dadurchan Leckerhaftigkeit gewöhnt? Und sind sie nicht inGefahr, in solche zuckerfüße Geschöpfchens auszuar-ten, denen nachher die simplern, gemeinern Spei-sen zu Hause nicht mehr schmäcken wollen? Daß Sieaber