123Achter=Brief.***An Herrn Schullehrerchön, mein Freund! Sie wissen sich Ihr Amtziemlich bequem zu machen. Ich kenne Schulleh-ter, die diese Kunst nicht halb so gut verstehen,als Sie, und — was das sonderbarste ist — sieauch nicht lernen wollen. Ihr Geist ist lieber inThätigkeit, wenn sie sich unter ihren Zöglingenbefinden. Sie beobachten alles, was um ihnenher vorgeht; bemühen sich stets, so faßlich undeinfach zu denken, als es für Kinder sich schickt;unterhalten sich bald mit dem einen, bald mitdem andern, und glauben, es sey ihrem Amtegar nicht angemessen, sich auf den Lehrerstuhlhinzupflanzen, und anstatt zu lehren, den Kin-dern etwas zum Auswendiglernen anzuweisen.Aber Sie im Gegentheil setzen sich über Vorurthei-ie von der Art heldenmüthig hinweg. Sie ruhengern aus von den Arbeiten, — die Sie nicht ver-richtet haben; halten es für hinlänglich, wennSie finden, daß das Gedächtniß Jhrer Zöglingeunverdauten Kenntnissen vollgepfropft ist.Doch
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1 (1790)
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