136nisse! Gewöhnen Sie daher den Lehrling all-mählig, einen gehörten oder gelesenen Vortragim Zusammenhange zu wiederholen, ohnedaßDer Gebrauch dieſer Inſtrumente zur Bildung voll-ſtändiger Begriffe iſt ihm noch fremd und unbekannt.Er wird ihrer also bald überdrüßig, wirft sie in sei-nem Gedächtnisse bei Seite, denkt nicht weiter dar-an, und findet er sie endlich einmal unverhofft imZusammenhange einer Rede wieder; so ist es ein Wun-der, wenn er ihre Bedeutung noch weiß, und ofthaben sie alsdann auch wohl gar eine ganz andereBedeutung. Daß man seine Muttersprache so zeitislernt, kommt nicht nur daher, weil man sich immerdarin übt, sondern auch daher, weil man gleich zuder Sprache selbst übergeht, sich weniger um ein-zelne Worte als ganze Redesarten bekümmert, undnicht ängstlich nach mannichfaltigen Kunstregeln ver-fährt. Mit diesen kann man sich nachher schon be-kannt machen, und Herr Basedow will deshalbauch, daß man vor dem vierzehnten Jahre des Zög-lings keine eigentliche Grammarik mit ihm treibenſoll. — Auch in den ſchon vorhin angeführten „Ge-danken über die Gedächtnißübungen“ sind treffendeAnmerkungen über das Unnöthige, Unnütze undSchädliche des Vokabellernens eingestreut worden.Noch mehr aber findet man über diesen Gegenstandüberhaupt in der Schrift: „Ueber den Unterricht
Druckschrift
1 (1790)
Seite
136
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten