130Liebling. Denn bloße Gedächtnißwissenschaft ge-hört nicht zu den innern Vollkommenheiten derSeele, sondern berührt nur gleichsam ihre Ober-fläche.Hören Sie daher, was für Regeln einer unse-rer besten practischen Erzieher in dieser Rücksichtvorschreibt *): Ich will sie Ihnen hier kurz zu-sammendrängen, und hie und da noch mit einerNebenanmerkung begleiten.1) Ueben Sie das Gedächtniß nicht zu früh-das heißt offenbar, nicht eher, bis das Kindsich schon einen gewissen Vorrath von Ideen er-worben hat, an welche die Gedächtnißbegriffesich anschliessen können! Es ist sonst nichtmöglich, daß es lange behalten, und noch we-niger möglich, daß es etwas dabei denken soll-te. Das Gedächtniß ist gerade die Kraft dermenschlichen Seele, die sich am meisten lei-dend verhält, und, wie aus dem Vorherge-henden zu schliessen war, auch verhalten muß.Wollten Sie nun diese Kraft schon so zeitig zueiner) M. s. die „Gedanken über die Gedächtnißübungenvon Fr. Gedike.“ Berlin 1782, 8.
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1 (1790)
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130
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